Was auf dem Rasen schon länger verwehrt bleibt, klappt auf dem Bildschirm: Der Fußballweltmeistertitel geht nach Deutschland.
Das Spiel musste in die Verlängerung, etwas anderes wäre dieser Partie auch nicht würdig gewesen. Die beiden Deutschen Daniel Schellhase und Joshua Begehr standen sich bei den World Cyber Games in Chengdu im Finale der Fußball-Simulation Fifa 09 gegenüber, Tausende Fans vor der Bühne bejubelten jede Aktion. Beide Spieler hatten jeweils eine Partie gewonnen, in der entscheidenden dritten Begegnung stand es nach 90 Minuten Unentschieden.
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Joshua Begehr, Fußballweltmeister der Computerspieler (© Foto: WCG, oH)
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Dann überraschte Begehr seinen Kontrahenten mit einem geschickten Spielzug, einer direkten Ballstafette und stand plötzlich frei vor dem gegnerischen Torhüter. Er legte quer, schob mit einer anderer Figur den Ball über die Linie und erzielte so den Siegtreffer - das reichte, um sich den Weltmeistertitel und 10.000 US-Dollar Siegprämie zu sichern.
Es war die einzige Goldmedaille für das deutsche Team bei den Weltmeisterschaften der Computersportler, die Mannschaft schlug sich dennoch überaus beachtlich und erreichte den dritten Platz in der Nationenwertung hinter Südkorea und Schweden.
14-jähriger Münchner überzeugt
Vor allem mit dem erst 14 Jahre alten Anton Emmerich, der den vierten Platz im Strategiespiel Starcraft erreichte, war Nationaltrainer Josh Vögeding zufrieden: "Es waren tolle Spiele, die er gezeigt hat. Er ist der beste Europäer - und das in seinem Alter."
Dazu muss man wissen, dass die vor ihm Platzierten allesamt Profis sind und mit Manager, Trainer und Masseur angereist sind. Emmerichs Begleiter: sein Bruder Paul. "Die Asiaten können es sich leisten, acht bis zehn Stunden am Tag zu trainieren und ihr Spiel zu verbessern", sagt Emmerich, der aus München stammt. "Ich kann nur ein paar Stunden am Tag trainieren. Das ist irgendwann nicht mehr genug, um mit den besten Asiaten mithalten zu können."
Emmerich kann dennoch auf eine Karriere im Computersport hoffen, in China hat er sich nicht nur in die Siegerlisten gespielt, sondern auch ins Gedächtnis der Fans. "Ich durfte mein erstes Autogramm geben, das machte mich schon ein bisschen stolz."
Auch Darius Schuiszill verpasste im Kamfsport-Spiel Virtual Fighter knapp die Bronzemedaille und scheiterte wie Emmerich an der Dominanz der Asiaten. "Ich bin dennoch sehr zufrieden, so gut habe ich noch nie gespielt", sagte Schuiszill zu seinem vierten Rang. Ebenfalls einen vierten Platz gab es für Florian Arnold im Rennspiel Asphalt 4.
Andreas Krieger hingegen war mehr Glück beschieden. Souverän spielte er sich in der Billard-Simulation Carom3D durch die Gruppenphase und scheiterte erst im Halbfinale am späteren Sieger. Das Spiel um Platz drei konnte er allerdings gewinnen, was ihm die Bronzemedaille und 2000 Euro Preisgeld einbrachte.
82.000 Zuschauer an vier Tagen
Was jenseits sportlicher Leistungen in Erinnerung bleiben wird, ist die Begeisterung des chinesischen Publikums. Mehr als 82.000 Zuschauer kamen an den vier Turniertagen in die überdimensionale Halle des Century City Exhibition Center und zeigten, dass Computerspielen nicht nur Daddelei ist, sondern eine ernstzunehmende Sportart, die zumindest in Asien mehr Anhänger aufweisen kann als viele andere Disziplinen. "So etwas habe ich in der Tat noch nicht erlebt", sagt Thomas von Treichel, Manager der deutschen Mannschaft. "Es war ein überaus fachkundiges und begeisterungsfähiges Publikum."
In Asien werden Computersportler bereits länger nicht mehr nur wahr-, sondern auch ernst genommen. "Dieser Wettbewerb ist uns ebenso wichtig wie die Olympischen Spiele oder das Engagement beim FC Chelsea", sagt Yungkook Lee vom WCG-Sponsor Samsung. Das Unternehmen hat angekündigt, die Computersport-WM trotz Wirtschaftskrise weiter zu unterstützen.
Die nächsten WCG-Weltfinalrunden finden 2010 in Los Angeles statt. Da die Spielebegeisterung der Amerikaner bekannt ist, dürfte dem Computersport erneut große mediale Aufmerksamkeit sicher sein. Bei hochklassigen Duellen wie dem Fußballfinale zwischen Joshua Begehr und Daniel Schellhase sowieso.
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(sueddeutsche.de/joku)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Bei der ganzen Daddelei sollte man nicht vergessen, wie sehr Videospiele schon heute in den Alltag eingreifen. Die US Armee trainiert mit Videospielen ihre Kriegseinsätze, Piloten absolvieren ihre Trainingsflüge in einem Flugsimulator, der Schrittmacher für Videospiele war, in Deutschland soll ein Großteil der Berufstätigen ihren Feierabend mit Simulationen wie Busfahrer oder Bauernhof ausklingen lassen. Es gibt sogar Busfahrer oder Zugführer, die nach ihrer Arbeit am Computer sitzen und virtuell ihre Fahrzeuge weitersteuern.
Das neue Konzept der US Armee Virtuell Combat beruht darauf, dass diejenigen, die bisher nur an Videospielen trainiert haben, in ein großes strategisches Videospiel integriert werden. Ihr Offizier bekommt sie selbst über mannigfache Datenerhebung des Schlachtfeldes auf den Computerbildschirm und verfügt dann über sie wie über Videospielfiguren. Und es gibt eine Fülle von Hinweisen, dass diese Technik in den Golfkriegen und im Afghanistankrieg angewandt worden ist und wird.
Sogar im Fußball wird diese Technik eingesetzt. Der Selbstmord Enkes hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zusammen. Hier hat die Öffentlichkeit ein großes Informationsdefizit, über das sich Theo Zwanziger bei der Trauerfeier sehr beklagt hat. Stichwort: Das Kartell der Tabuisierer.
Man kann hier schon absehen, wohin diese bunte Animationswelt führen kann. Man stelle sich vor, die Asiaten übernehmen diese modernen Techniken im großen Stil, weil sie aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Kultur kein Bewusstsein für Menschenrechte haben.
Obama hat bei seinem Chinabesuch gerade vor dem Einsatz der Technik gewarnt. Er hat sinngemäß gesagt, wir leben in einer Zeit, in der wenige mithilfe der Technik gigantische Schäden anrichten können. Das alles darf man bei der Freude über die WM Titel im Computerspiel nicht vergessen.
in China ist.
Eigentlich recht simpel.
"Chengdu [...] ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan und eine der 15 Unterprovinzstädte des Landes" (wiki)
chinesisches Publikum in Süd-Korea (Chengdu) - wie kommen die denn dort hin?
leider schwitzt der Rennfahrer
bei Computerspielen von Sport zu reden ...
Ist genauso daneben wie beim Schach, Go, Bridge Schiessen oder beim Motorsport.
Ohne 1.5 Liter Schweiß kein Sport ;-)
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