Pünktlich zum Weltnichtrauchertag stellt der Computerspielehersteller Ubisoft das passende Spiel vor. "Endlich Nichtraucher" soll interaktiv beim Abgewöhnen helfen. Das Ergebnis ist skurril.
Was probieren Raucher nicht alles, um von Zigaretten lassen: Sie kleben sich Nikotinpflaster auf die Schulter, kaufen sich Unmengen an Ratgeberliteratur oder schreiben gar eigene Kolumnen. Doch der Entzug geht zeitgemäßer: Für alle Kleb-, Lese und Schreibfaulen gibt es demnächst ein neues, modernes Anti-Suchtmittel: Der französische Spielehersteller Ubisoft bringt das Computerspiel "Endlich Nichtraucher" auf den Markt.
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Das Spiel trägt nicht zufällig den Titel von Allen Carrs Anti-Nikotin-Bibel. Es läuft auf der Nintendo DS und versucht, die Methode des Bestsellers interaktiv umzusetzen. Zu Beginn muss der Spieler angeben, wie viele Zigaretten er pro Tag raucht und was ein Päckchen kostet.
Mit diesen Variablen berechnet das Spiel, so der Hersteller, ein "individuelles Trainingsprogramm." Der Raucher bekommt beispielsweise eine Waage angezeigt, auf der auf der einen Seite die Menge der gerauchten Kippen angehäuft ist. Auf die andere Seite darf er nun ein virtuelles Gerät legen, das dem finanziellen Gegenwert der Glimmstängel entspricht: ein Handy, ein Fernseher oder gar ein Auto?
Ein anderes Szenario: Der Spieler befindet sich als Strichmännchen auf einer Party voller anderer Strichmännchen und muss die Raucher vor die Tür schicken - indem er mit dem Stift Linien auf dem Display der Konsole zieht.
Das sich dabei ein gewisser Erschöpfungszustand einstellt ist gewünscht. "So unentspannt sind auch Raucher, die ihren Konsum damit begründen, dass eine Zigarette sie gelassener macht", sagt Robin Haley, der Produzent des Spiels. Nikotin-Abhängige wissen im Prinzip, dass Rauchen ungesund, teuer und unsozial sei. Die Methode von Allan Carr versuche nun zu zeigen, dass mit dem Rauchen kein Lustgewinn verbunden sei. "Die meisten Raucher haben fälschlicherweise davor Angst, dass sie ihr Leben ohne Zigaretten nicht mehr genießen können. Und wir versuchen mit dem Spiel diese Angst zu beseitigen."
Insgesamt 15 Spiele haben sich die Macher ausgedacht, dazwischen geben Experten Ratschläge. Selbst der vor zwei Jahren verstorbene Allen Carr wird zum Leben erweckt - er sagt, in wie vielen Ländern sein Buch verkauft wird.
Laut Robin Haley funktioniert die Entzugsmethode per Spiel hervorragend: "Unsere Testpersonen waren begeistert und viele davon haben inzwischen das Rauchen aufgegeben." Dass das Spiel gleichzeitig eine andere gefährliche Sucht - die Computerspielsucht - fördert, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Dafür sind die Grafik zu simpel und die Spiele zu einfach - wer tatsächlich die "letzte Zigarette" geraucht hat, wird "Endlich Nichtraucher - the Game" umgehend zur Seite legen und sich fragen, warum er seine Lebenszeit und sein Geld nicht für Sinnvolleres verwendet hat.
(sueddeutsche.de/bön)
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