Immer weniger Besucher

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Seither ging es nur noch bergab mit der Messe. Aussteller und Besucher blieben zuhause, die Fläche der Systems schrumpfte. Messechef Klaus Dittrich machte gute Miene: "Die Messe ist noch kompakter, die Wege sind noch kürzer", erklärte er 2004 im Abschwung. Im vergangenen Jahr kamen nur noch 42000 Besucher und 1198 Aussteller. Dieses Mal wurde mit einem erneuten Rückgang gerechnet, dem achten in Folge.

Auf die Systems soll eine Fachausstellung zur IT-Sicherheit folgen und im Herbst eine "neue, internationale Kommunikations-, Vertriebs- und Marketingplattform für die Branche", teilte der Systems-Veranstalter mit. Klingt nach Messe, soll aber genau das nicht sein. Die künftige Ausstellung, deren Konzept die Macher erst noch festzurren müssen, wird "ungleich emotionaler und interaktiver sein als herkömmliche Messen", sagte Dittrich.

Was immer sich die Münchner ausdenken, vom Aus der Systems profitiert die Cebit im Frühjahr. Die Computerausstellung in Hannover wurde ebenfalls vom Abschwung nach dem Platzen der Internetblase erfasst. Mit einem Ausstellungskonzept, das sich vor allem auf Geschäftskunden stützt, hat die Deutsche Messe AG den Besucherschwund gestoppt. In diesem Jahr kamen eine halbe Million Interessierte an die Leine. Die Cebit ist mit Abstand die weltweit größte Ausstellung der IT-Industrie. Für eine Systems blieb da kaum noch Platz.

Hersteller wollen die Kunden nicht Teilen

Ein zweiter Trend, der Cebit ebenso wie Systems zu schaffen macht, hat das Ende der Münchner Messe eingeläutet: Große Firmen wie Hewlett-Packard sehen es nicht mehr ein, ihre wertvolle Kundschaft mit anderen zu teilen. Der weltweit größte Computerkonzern setzt auf selbst veranstaltete Hausmessen, bei denen die Besucher nur das eigene Sortiment zu sehen bekommen.

Schließlich hat auch die Finanzkrise für das Ende der Systems gesorgt. Nach einer Studie des Bitkom, vorgestellt am Mittwoch, sorgen sich IT-Manager. Für die nächsten Monate erwarten 40 Prozent von ihnen, dass sie die Krise zu spüren bekommen. Daher falle der Blick auf 2009 deutlich skeptischer aus als zuletzt, hieß es. Schlechte Zeiten, um auf zwei Computermessen im Frühjahr und im Herbst vertreten zu sein.

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(SZ vom 23.10.2008/heh)