Fließend sind die Grenzen zwischen Schutz vor Hacker-Angriffen und der Nutzung des Wissens, um sich in andere Computer einzuschleichen. Wer einmal die Sicherheitslücken kennt, kann diese Erkenntnisse leicht für eigene Hack-Attacken einsetzen. Es gibt große "Grauzonen", wie die amtlichen Medien zugeben. Hacker-Training ist in China fast eine Industrie geworden. Die Verantwortlichen geben sich unschuldig.
Anzeige
Das Training wird mit Fahrschulen oder Kungfu-Unterricht verglichen. Fahrlehrer brächten Studenten ja auch nur das Fahren bei. Ob sie später sicher das Auto steuerten oder jemanden durch einen Unfall töteten, könnten sie nicht sicherstellen. Oder eben Kungfu: Diese Künste könnten ja sowohl zur Selbstverteidigung als auch zum Angriff genutzt werden, heißt es.
Doch kein Zweifel, mit Trojanern und speziellen Programmen oder anderen Hilfen lässt sich viel Geld machen. Wie in Teilen Osteuropas und Russlands ist Hacken in China weit verbreitet. Immerhin zählt die Volksrepublik mit 380 Millionen Nutzern die weltweit größte Online- Gemeinde. "Es gibt einen großen Untergrund-Markt, und große Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Konten und virtuellen Gütern von ausspionierten Computern", sagte Zhang Yumu, Vizepräsident der großen chinesischen Anti-Virus-Firma Rising, der China Daily.
USA: Hacker im Staatsdienst
Neben den Hackern, die Online-Spiele abzocken, gibt es aber noch jene, die Bank- und Kreditkarten-Daten ausspionieren oder einfach ihr Können beweisen wollen. Oft bieten sie Unternehmen ihre Kunstfertigkeit an.
Die USA sind überzeugt, dass Hacker auch im Dienste staatlicher Stellen und des chinesischen Militärs stehen. "Eine große Menge an Indizien und kriminaltechnischen Beweisen weisen deutlich auf eine staatliche Verwicklung in solche Aktivitäten hin - entweder durch direktes staatliches Handeln oder durch andere Gruppen, die vom Staat unterstützt werden", hieß es in einem Kongressbericht.
Spuren der Hacker hätten es US-Ermittlern manchmal ermöglicht, "die chinesische Regierung direkt oder manchmal sogar spezielle Teile der Regierung wie die Volksbefreiungsarmee damit in Verbindung zu bringen".
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Konflikt mit China Googles Außenpolitik 14.01.2010
- Internet: Suchgigant droht Google: In China doch nicht böse 13.01.2010
- Internet in China Digitale Denunziation 11.12.2009
- Internet in China Gates: Zensur nur halb so schlimm 26.01.2010
- Expo in Shanghai Nazi-Rufe und Pöbeleien - wegen zu langer Wartezeit 18.05.2010
- Luftverschmutzung in China Tödlicher als Smog 17.05.2010
- Medienoffensive in China Rabatz vom himmlischen Frieden 06.05.2010
(dpa/sueddeutsche.de/joku)
Bruce Springsteen in Frankfurt