Von H. Martin-Jung

Ausgerechnet der US-Geheimdienst NSA soll Google dabei unterstützen, künftig gegen Hacker-Attacken gewappnet zu sein. Die Behörde spionierte auch US-Bürger aus.

Der Internet-Konzern Google kooperiert mit dem US-Geheimdienst NSA, um sich vor Hacker-Attacken zu schützen Der Suchmaschinenkonzern Google will sich offenbar mithilfe der National Security Agency (NSA) gegen mögliche künftige Attacken wappnen.

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Chinesische Studenten hatten im Januar Blumen vor Googles China-Hauptquartier abgelegt (© Foto: AP)

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Wie die Zeitung Washington Post berichtet, arbeiteten Vertreter des Konzerns und des für elektronische Auslandsüberwachung zuständigen Geheimdienstes ein entsprechendes Abkommen aus.

Hintergrund sind die Hacker-Angriffe auf den Internetkonzern vom Ende des vergangenen Jahres, die Google in einem ungewöhnlichen Schritt am 12. Januar dieses Jahres bekanntgab. Den Ausgangspunkt der Angriffe vermutete Google in China.

Schwachstellen im Blickpunkt

Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte damals zur Süddeutschen Zeitung, Rechenzentren seiner Firma seien direkt angegriffen worden. Google wolle daher in Zukunft Suchergebnisse seines chinesischen Angebotes nicht mehr wie bisher zensieren, auch wenn dies den Rückzug aus China bedeute. Die chinesische Regierung hat die Vorwürfe inzwischen als unbegründet zurückgewiesen, und sich bemüht, den Fall kleinzureden.

Wie die Post unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, geht es bei der geplanten Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst nicht darum, den Urheber der zurückliegenden Cyber-Attacken zu ermitteln. Dies sei im Nachhinein kaum mehr möglich. Es solle stattdessen überprüft werden, wie mögliche Schwachstellen in Googles Sicherheitsarchitektur geschlossen werden könnten.

Die Zusammenarbeit werde so angelegt, dass weder Googles Datenschutzregeln noch entsprechende US-Gesetze verletzt würden. Persönliche Daten wie E-Mails der Google-Nutzer oder ihre Suchanfragen sollen beispielsweise unangetastet bleiben.

Umstrittene Behörde

Die mögliche Zusammenarbeit des mächtigen Internet-Konzerns mit der NSA sehen Bürgerrechtler in den USA dennoch kritisch. Die Informationsweitergabe müsse eng begrenzt und sehr genau überwacht werden, fordern sie. Hatte doch die NSA in der Ära Bush auf dessen Anweisung hin nach den Terrorangriffen vom 11.September 2001 auch im Inland die Kommunikation von US-Bürgern belauscht.

Dies steht in einem krassen Gegensatz zum Auftrag der NSA, die ausschließlich für die elektronische Aufklärung im Ausland zuständig ist. Dazu betreibt sie im Verbund mit Großbritannien, Australien und Neuseeland unter anderem das Lauschsystem Echelon, das zum Beispiel dazu in der Lage ist, die gesamte Kommunikation - Telefon, Fax, E-Mail - zu überwachen, die über Satelliten abgewickelt wird. "Mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass Google so eng mit dem größten Geheimdienst des Landes zusammenarbeitet", zitiert die Zeitung den NSA-Kenner Matthew Aid.

Die Existenz der NSA mit Hauptsitz in Fort Meade, Maryland, wurde lange verschleiert. Schon öfter haben sich Firmen mit der Bitte an die Behörde gewandt, die Sicherheit ihrer Produkte zu testen, so auch der Softwarekonzern Microsoft, dessen Betriebssystem Vista von der NSA geprüft wurde.

Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.

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(SZ vom 05.02.2010/joku)