Für Unternehmen bedeutet dies, dass die aus dem Web 2.0 bekannten Technologien Einzug halten unter den Kollegen: Wikis beispielsweise, um firmeninternes Wissen zu dokumentieren, Blogs für das Verbreiten von Neuigkeiten, oder Social-Bookmarking-Werkzeuge, mit denen unternehmensweit wichtige Adressen im Internet gesammelt werden, empfiehlt IBM als erste Schritte.

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Das sei besonders wichtig für international tätige Unternehmen, sagt David Faller, zuständig für Web 2.0 im Forschungs- und Entwicklungszentrum von IBM in Böblingen. So habe man beim zweitgrößten IT-Unternehmen der Welt früher auf Kommunikation in Kaffee-Ecken gesetzt. "Heute arbeiten internationale Teams in Projektgruppen oft nur kurzfristig zusammen. Das erschwert den Aufbau von Beziehungen", sagt er. Mittlerweile verwende IBM daher Internet-Werkzeuge, mit denen die Mitarbeiter untereinander ihr Wissen austauschen und kommunizieren.

Rasanter Wandel bei den kurzen Lebenszyklen

Nicht überall geht es so schnell wie bei IBM, das Unternehmen aus der IT-Branche ist rasanten Wandel bei den kurzen Lebenszyklen der Industrie gewohnt. Andere brauchen länger - aber auch für sie werden die neuen Werkzeuge interessant, gerade jetzt durch die Wirtschaftsflaute. Die Anbieter aus der IT- und Telekommunikationsbranche wissen, wie sie ihre Kunden zu fassen bekommen: über die Kosten. Bestes Beispiel für eine neue Technologie, die sich auf diese Weise verkaufen lässt: Videokonferenzsysteme.

Die modernen Konferenzräume, in denen sich die Manager zum Gespräch mit Kollegen oder Kunden treffen, haben nichts mehr gemein mit ruckeligen Konferenzen auf kleinen Bildschirmen in den Anfangsjahren der Technik. Wer sich heute zu einem Meeting vor dem Bildschirm trifft, hat das Gefühl, sein Gegenüber halte sich im selben Raum auf. Die Systeme nutzen dazu eine hochauflösende Videodarstellung; das gibt ein besseres Bild als beim TV zuhause. "Telepresence wird allgegenwärtig", sagt Chris Dedicoat, Europachef von Cisco.

Solche Systeme gibt es auch von Hewlett-Packard oder Polycom, doch der US-Netzausrüster vermarktet die eigenen Produkte am aggressivsten. Seit Verkaufsstart 2006 hat Cisco mehr als 1000 Telepresence-Systeme verkauft - und das bei einem Preis für die größte Version von 300000 Dollar. Wieso setzen trotzdem die Vorstände von SAP oder die Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding die Systeme im eigenen Unternehmen ein? Die Rechnung ist einfach: Jedes Video-Treffen spart Reisekosten - und Zeit, die den Vorständen entsprechend kostbar ist.

Bei Cisco arbeitet man an der Weiterentwicklung: Bald werden Simultanübersetzungen per Computer möglich sein. Dann können Spanier und Chinesen oder Deutsche und Russen per Video konferieren, ohne dass sie die jeweilige Muttersprache ihres Geschäftspartners verstehen. Außerdem werden die Systeme so klein und handlich, dass Konferenzen in Zukunft im heimischen Wohnzimmer abgehalten werden - wenn alles klappt wie geplant zum Preis, der einem handelsüblichen Fernseher entspricht.

Mit solchen Videokonferenzsystemen könnten Heimarbeiter problemlos mit ihren Kollegen im Büro kommunizieren und immer im Bild sein. Vor diesem Szenario scheint der von der Bundesregierung geplante Ausbau der Breitbandnetze auf ein Tempo von 50 Megabit pro Sekunde bis zum Jahr 2018 sinnvoll. Zum reinen Surfen im Internet oder dem Versenden von E-Mail reichen die Geschwindigkeiten aktueller Internetzugänge schon bei weitem aus.

Das Turbonetz dagegen ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit, gerade in Kombination mit Mobilfunknetzen, in denen auch schon Durchsatzraten von 20 Megabit pro Sekunde getestet werden. Der Engpassfaktor allerdings bleibt der Mensch: So sind in Japan alle Voraussetzungen gegeben, die hierzulande erst aufgebaut werden müssen. Was hilft's? Heimarbeit per PC ist in Fernost verpönt.

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(SZ vom 27.02.2009/mri)