Wie konnte es bloß so weit kommen? Der größte Fehler der Messe in Hannover war ihr Schlingerkurs, der die Ausstellung für viele unberechenbar gemacht hat. Seit Jahren ist sich die Messeleitung nicht im Klaren darüber, ob sie die Verbraucher auf der Cebit haben will oder nicht.
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Vor zwei Jahren wurde verkündet, ab sofort nur noch für Firmenkunden da zu sein und denen ein Arbeitsumfeld zu bieten, ohne die Tütenträger, die nach Werbegeschenken und Aufklebern fragen. In diesem Jahr schon die Kehrtwende, zumindest im Kleinen.
So findet erstmals im Rahmen der Cebit eine Sonderschau Musik statt. Warum um Himmels Willen ausgerechnet Musik? Wieso dann nicht auch eine Cebit für Bücher oder Filme? Auch diese Medien werden nun digitalisiert, also computertauglich gemacht. Für die Sonderschau spricht allein, dass die Musikmesse Popkomm ausfällt. Der Lohn für diese Flatterhaftigkeit der Messe-Oberen: Die Aussteller sind verwirrt. Es kommen so wenige wie zuletzt vor 20 Jahren.
Den Nachwuchs vergrault
Vergrault hat die Messeleitung auch den Nachwuchs: Das Thema Internet findet auf der Cebit kaum statt. In Hannover hat man es verpasst, diesem aufregendsten Bereich der IT-Branche eine Plattform zu bieten.
Es gibt wirklich keinen Grund für Internetfirmen, vor Ort zu sein. Ihr Produkt ist täglich 24 Stunden zu besichtigen. Per Mausklick. Es gibt zwar eine Halle zum Thema - bestückt mit der zweiten Garde des Netzes. So lässt sich auch die Jugend nicht für eine Branche begeistern, die chronisch unter Nachwuchsmangel leidet.
Die Cebit-Verantwortlichen sollten sich klar auf den Bereich festlegen, in dem sie Stärke zeigen: bei Geschäftskunden. Dann müsste die Messeleitung aber auch akzeptieren, dass hier Produkte schwer zu inszenieren sind. Betriebswirtschaftliche Standardsoftware ist so sexy wie es klingt.
Klar ist auch: Die Zahl der Besucher würde weiter sinken. Mit einer Messe für Geschäftskunden könnte Hannover aber wieder Leitmesse in der Welt werden. Mit dem Schlingerkurs wird die Cebit das gleiche Schicksal ereilen wie die Münchner IT-Messe Systems - und selbst bald nur noch Technikgeschichte sein.
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(SZ vom 01.03.2010/joku)
Surfrider Beach in Malibu
die messen scheinen seit der wirtschaftskrise etwas angeschlagen zu sein
http://schule-der-rockgitarre.de/de/magazin/110
Vor 20 Jahren ging man zu Cebit weil es der beste Weg war Neues zu sehen und zu fragen ohne den weiten Trip nach Amerika machen zu müssen. Heute? İnformationen über jedem und alles im Überfluss.. dank Internet. Hinzu kommt dass die IT branche seit dem Internet nichts interessantes hervorgebracht hat. Die Prozessorren sind schneller aber das Prinzip immer gleich. Tablet PC oder nicht. Langweilig. Windows immer gleich. ERP Konzepte alles immer gleich. 3D Fernsehen, Brillen... Prinzip uralt. Wozu sich die Mühe mit Cebit machen? Handys? Auch schon sehr langweilig!