Wer heute seine Computerdaten vor Viren und Festplattendefekten retten will , vertraut meist auf selbstgebrannte CDs, DVDs oder eine zweite Platte. Doch Misstrauen ist angebracht.
Der Skandal um die verschwundenen Bundeswehrdaten sollte nicht nur Politmagazine oder den Untersuchungsausschuss im Bundestag interessieren. Auch Otto Normaluser müsste aufhorchen. Denn die meisten digitalen Speichermedien sind nicht für die Ewigkeit geschaffen. Neben menschlichem Versagen ist die Störanfälligkeit von CDs, DVDs oder Festplatten der häufigste Grund für den ungewollten Datenverlust.
Nicht nur Kratzer zerstören CDs. (© Foto: dpa)
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Wie lange halten sensible Daten, beispielsweise die Kinderfotos, die Sie vor zwei Jahren auf CD gespeichert haben und in 30 Jahren ihren Enkeln zeigen wollen? Und ist die Back-up-Festplatte nicht genauso anfällig wie das Original?
Kuriose Schilder (4)
Die SZ sollte sich hüten, die Panikmache pseudowissenschaftlicher Unkenrufer aufzugreifen. Dass selbstgebrannte CDs/DVDs generell nur 5-10 Jahre halten ist blanker Unsinn. Entscheidend für die Lebensdauer ist die Qualität des Mediums, besonders der Metallschicht, der sorgsame Umgang und die angemessene Lagerung der Datenträger in geschlossenen Schränken. Herkömmlichen Medien reagieren empfindlich auf UV-Strahlung, bei RW-Medien sollten allzu große Temperaturschwankungen vermieden werden. Wichtig ist auch der Brennprozess selbst: Man sollte die Scheiben so langsam wie möglich beschreiben, um allmählichen Datenverlusten vorzubeugen. Werden all diese Kriterien eingehalten, können auch selbst gebrannte Scheiben jahrzehntelang halten.
P.S.: Ein Kratzer auf der DVD schadet nicht viel, solange die Fehlerkorrektur des Laufwerks korrekt arbeitet und nicht allmählich Sauerstoff zur Metallschicht vordringt. Das ist bei kleinen Kratzern auch sehr unwahrscheinlich.
anstatt sich zu überlegen, wie man möglichst lange archivieren kann, täts vielen gut sich zu überlegen, was man archiviert; mit eingenen Augen hab ich riesige Kopieberge von schlechten Filmen gesehen; ich täte mir schon schwer meinen Enkeln auch nur einen Fünfzeiler von Kernaussagen meiner Lebenserfahrung niederzuschreiben, z.B. auf meinen Grabstein
und eine Frage: hilfte es, Dateien regelmäßig auf frische Medien zu kopieren, deren Verfallsprozeß somit in dem Moment bei Null beginnt - unter der Voraussetzung der Kopierprozeß verschlechtert die Qualität nicht oder korrigiert evtl bist dato bereits entstandene Datenfehler anhand von z.B. Prüfbits? KANN klappen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit, bitte bewerten und vergessen.
Ja wir Menschen kommen und wir gehen und genauso ist auch alles andere irdische vergänglich. Diverse Herrscher und Einzelpersonen haben schon versucht diese Tatsache zu überlisten und sich `unsterblich`zu machen.
Auch ich nutze gerne und intensiv die Vorteile der digitalität, aber ich bin mir bewußt, daß dies vergängliche Momente sind. Bei vielen Leuten ist aber die elektronische Welt schon eine art Ersatzreligion geworden.
Was bringt es sein ganzes Leben digitalisiert und gespeichert zu haben wenn man es dann aber nicht gelebt hat.
Ps: auch analoge Aufnahmen haben nicht das ewige Leben. Auch Hochglanzbücher lösen sich bevorzugt irgendwann in absehbarer Zeit auf, LPs nutzen sich ab usw... die Gizeh Piramiden stehen noch...
Es heißt, man wird dereinst einmal - sagen wir in 1000 Jahren - am wenigsten über die heutige Gegenwart wissen.
Wir sammeln zwar Unmengen von digitalen Daten und digitalen Bildern, aber selbst in absehbarer Zukunft sind diese für immer verloren. Man bedenke nur, wer heute z.B. noch ein "Syquest-Laufwerk" besitzt, auf denen Ende der 80er-Jahre schon Gigabytes an Daten gespeichert wurden. Oder die berühmten Floppy-Disks und "Kennedy"-Bandgeräte mit Magnetbändern, etwas breiter als die früheren Tonbänder.
Alles für immer verloren, wenn man die Daten nicht jedes Jahr auf den gerade aktuellen Datenträger kopiert.
Sicherheitskopien schließt man ja nicht zehn oder 20 Jahre weg, sondern man macht doch sinnvollerweise immer aktuelle Updates und das natürlich auf dem neuesten Medium.
Meine wichtigen Daten auf'm PC kopiere ich etwa alle zwei Monate neu auf eine DVD-R.
Und zwei Monate wird sie ja wohl halten?
überhaupt: Diese - und noch fantastischere - Argumente hörte ich schon Mitte der achtziger Jahre, als die CDs sich langsam durchsetzten, auch von Kultur-Journalisten (die ja meist keine Techniker sind), zum Beispiel: Die Farbe auf der "Label"-Seite würde die CD mit der Zeit (fünf Jahre?) durchfressen, durchätzen... Die anderen damaligen "Gründe" hab ich inzwischen vergessen.
Doch: Diese alten CDs hab ich nach über 20 Jahren immer noch, und sie spielen immer noch.
Einige CD-Rs mit von Platten überspielter Musik, auch schon etliche Jahre alt, hab ich gerade gestern wieder eingelegt. Der Rand der silbernen Scheibe ist zwar etwas "vergilbt" ... aber sie spielte störungsfrei die wunderbare Musik ab.
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