Regeln für Street View: Zwei Landesminister starten im Bundesrat eine Gesetzesinitiative - und stoßen nicht nur bei Google auf Ablehnung.
Im Streit über den Datenschutz beim Google- Kartendienst Street View haben Hamburg und das Saarland eine Bundesratsinitiative eingebracht. Der am Freitag in der Länderkammer präsentierte Gesetzentwurf sieht vor, Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich zu machen, bevor Daten ins Netz gestellt werden.
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Street-View-Wagen in Berlin: Umstrittener Dienst erhält politischen Gegenwind. (© Foto: ddp)
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Abgebildete Menschen sollen ein uneingeschränktes Widerspruchsrecht erhalten. Gleiches soll für Hausbesitzer und deren Mieter gelten, die gegen die Abbildung ihrer Wohnhäuser im Netz sind. Der Gesetzesantrag wurde zur Beratung in die Ausschüsse des Bundesrates verwiesen.
Das Vorhaben stößt beim Branchenverband Bitkom jedoch auf scharfe Kritik. "Der Entwurf ist vor allem eines: politischer Aktionismus", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Das Vorhaben richte sich auch gegen Anbieter von Navigationsdaten für Autos, Satellitenbildern oder Luftaufnahmen. Der Gesetzentwurf sei unnötig.
Aigners Kompromiss reichte nicht aus
Schon heute mache Google Street View Gesichter und Nummernschilder unkenntlich. Jeder könne auch der Abbildung seines Wohnhauses widersprechen, so Scheer. Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) fürchtet, dass die Regelungen zu einem allgemeinen Fotografierverbot führen könnten, das auch Bildjournalisten beträfe. In Deutschland sind Foto- und Filmaufnahmen im öffentlichen Raum erlaubt, sofern dabei nicht Privatgrund betreten wird.
Die geplanten Regelungen würden über den Kompromiss hinausgehen, den die CSU-Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner vor wenigen Tagen mit dem Unternehmen ausgehandelt hatte. Dieser legte fest, dass Street View in Deutschland nicht startet, bevor alle Besitzerwidersprüche gegen die Abbildung von Immobilien abgearbeitet sind. Zudem sollen den Bürgern größere Rechte wie beispielsweise die Möglichkeit von Sammelwidersprüchen gewährt werden.
"Gleiche Regeln für alle"
Hamburgs Justizsenator Till Steffen (GAL) sagte, die Selbstverpflichtung, die Google sich auferlegt habe, reiche nicht aus. Es sei offen, ob Google sie in allen Punkten beachten werde. Zudem beziehe sich der Entwurf auf alle Anbieter mit ähnlichen Angeboten. "Wir brauchen hier eine faire Regelung, gleiche Regeln für alle Wettbewerber in diesem heiß umkämpften Markt", sagte Steffen. Der Bürger müsse selbst entscheiden können, ob er an Diensten wie Google Street View teilnehmen wolle oder nicht.
Google filmt seit Monaten für Google Street View bundesweit Häuser und Straßen ab. Außerdem erfasst das Unternehmen persönliche Funknetz-Daten. Ursprünglich wollte Justizsenator Steffen nach eigenen Angaben warten, bis Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ihren versprochenen Gesetzentwurf zu dem Thema vorlegt. Dies sei bislang nicht geschehen, weshalb er selbst aktiv geworden sei.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku/holz)
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Vielleicht sollte sich Google mal überlegen, die chinesische Lösung auf Deutschland zu übertragen. Das Deutschlandgeschäft wird aus dem Ausland bedient, und sie müssen sich nicht mehr mit einer deutschen oder saarländischen Provinzregierung auseinandersetzen. Fotografierverbot in der Öffentlichkeit wird die nächste Forderung sein.
ein "a"
an deren Abschaffung wird schon gearbeitet.
Immer diese Raubkopierkinderschändermörder. Alles Kommunisten und Milchtrinker.
ich denke man kann kritisieren das durch die Abbildung von Häusern und Strassenzügen aus 3 Metern Höhe eine Art Einbruchshilfe für Kriminelle rauskommen kann die auf diese Weise ein Haus in das sie einsteigen wollen ausspähen können ohne vor Ort sein zu müssen... (wobei das mit den heute bereits verfügbaren Satelitenaufnahmen auch schon ganz gut geht...)
Was ich aber nicht verstehe - weshalb regt sich irgendwer auf auf solchen Aufnahmen drauf zu sein? Erstens sind das keine "live" Aufnahme- will heissen keiner weiss wann die Aufnahmen gemacht wurden. Und Zweitens woher soll ein Betrachter der den Aufgenommenen nicht zufällig eh schon kennt wissen wer da auf einer Aufnahmen drauf ist? Fazit: Ich sehe als Betrachter einer Streetviewaufnahme zwar eine Person, weiss aber nicht wer das ist und wann das aufgenommen wurde - wo ist das Problem? Oder übersehe ich hier was?
"...Hamburg und Saarland..."
Es gibt so viele Gründe, diese Fürstentümer mal endlich zu entmachten und platt zu machen, aber keinen vernünftigen, sie bestehen zu lassen.
Paging