Um die "Informationen der Welt" zugänglich zu machen, scannt Google Tausende Werke ein. Das sehen nicht nur Urheberrechtsschützer kritisch.
Alles in Ordnung. Mit diesem Mantra reagierte die Suchmaschinenfirma Google am Mittwoch in München auf die Vorwürfe und Diskussionen, die sein Büchergroßprojekt betreffen.
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Die Bayerische Staatsbibliothek ist eine von sechs Bibliotheken in Europa, die am Google-Buchprojekt mitwirkt. (© Foto: ddp)
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Auf die Wut von Autoren, Verlagen, Urheberrechts- und Datenschützern versucht man mit Gelassenheit zu reagieren: Google, so die Botschaft, gehört zu den Guten und ermöglicht Schriftstellern und Verlagen ganz neue Verdienstwege. Sowohl die Rechte der Autoren als auch die der Internetnutzer hätten oberste Priorität.
Dabei stößt das unternehmenstypisch hemdsärmelig angegangene Projekt, die "Informationen der Welt" zugänglich zu machen, weiterhin auf Skepsis. In den USA hatte Google mit Autorenverbänden einen Vergleich erreicht, der aber noch in diesem Jahr von einem US-Gericht bestätigt werden muss und keine Lösung für Rechteinhaber in anderen Ländern ist.
Internetnutzer können Sperre umgehen
Ein Großteil der bereits gescannten Bücher sind nach der Einigung in Amerika nur dort abrufbar. Theoretisch. Denn das Blockieren von IP-Adressen, um Nutzer in anderen Ländern auszuschließen, kann nur ein Pro-forma-Schutz sein, weil diese Sperre für viele Internetnutzer problemlos zu umgehen ist. Zumindest kann das Unternehmen so den Vorwurf zurückweisen, deutsche Bücher, die in den USA gescannt wurden, seien überall zugänglich.
Aber auch in Deutschland wird emsig gescannt, mit Partnern wie der Bayerischen Staatsbibliothek. Dabei beschränkt man sich bislang auf urheberrechtsfreie Titel sowie Kooperationen mit Verlagen und Autoren, anstatt, wie in den USA, ungefragt mit dem Scannen zu beginnen. Vollständig abrufbar bleiben nur Bücher, bei denen der Urheberrechtsschutz abgelaufen ist. Bei geschützten Werken gibt es einen Verweis auf das Buch und Ausschnitte.
In Deutschland stößt Google mit seiner Macher-Mentalität trotzdem auf Zurückhaltung. Die Verhandlungen mit der Verwertungsgesellschaft Wort dauern an. Was passiert etwa, wenn ein Autor die Rechte an seinem Buch vom Verlag zurückbekommt und sein Werk an Google verkauft, dabei aber die vom Verlag aufbereitete Fassung eingescannt wird und dieser Rechte geltend macht? Um das Buchprojekt wirklich zukunftsfähig machen zu können, wird Google noch viele Fragen beantworten müssen.
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(SZ vom 30.07.2009/cf)
Haben Sie sich mal durchgelesen, wieviel ein Autor im Google-Vergleich für die freche Rechtsverletzung von Google bekommt? Das gleicht vielleicht den Preis eines aufgrund des freien Zugangs nicht verkauften Buches aus! Warum zwingt man Google nicht, alle rechtswidrig ins Netz gestellten Bücher sofort zu entfernen und umgehend mit den Rechtsinhabern Kontakt aufzuehmen um VORHER Vereinbarungen über die finanzielle Seite mit ihnen zu treffen? Unverständlich, wenn man bedenkt, wie in den USA schon bei privaten Personen beim illegalen Download von einzelnen Songs umgegangen wird. Warum ist das bei Google anders?
Macher haben es schwer hier, das ist wahr. Der Computer ist eine deutsche Erfindung und wurde zunächst als "Spielerei" von einem deutschen Beamten nicht zur Patentierung zugelassen.
Das gleiche gilt für so viele Erfindungen. Die Eisenbahn wurde vielerorts tatsächlich nicht gebaut, weil einige Exemplare des Oberbedenkenträgers nahezu fanatisch glaubten, so schnelles Fahren müsse Hirnschäden verursachen. (Die Züge fuhren damals langsam genug, um Blumen zu pflücken)
Alles muss immer im Voraus durch- und in den meisten Fällen totdiskutiert werden und eventuell in Szenario XYZ berührte potentielle Rechte dürfen nicht angetastet werden. Und natürlich müssen grundsätzlich immer alle Bundesländer erst zustimmen...