Statt aus dem Dateinamen von Bildern auf den Inhalt zu schließen, analysiert die Software eines Startup-Unternehmens aus Schweden das Foto selbst. So lässt sich im Internet sehr viel genauer nach Personenfotos suchen.
Die Suche nach Fotos und Bildern über Google und andere Dienste produziert mitunter bizarre Ergebnisse. Sucht man beispielsweise nach dem amerikanischen Präsidenten, erhält man als Suchergebnis auch ein Foto von Russell George, einem Angestellten des US-Finanzministeriums.
Die Wiki-Gemeinschaft soll Bilder einordnen, damit sie besser zu finden sind (© Screenshot: Polar Rose)
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Beim Begriff Elvis Presley erscheint eine Wurlitzer-Jukebox und statt Schauspieler Til Schweiger zeigen einige Bilder Schuhe. Das soll sich mit der Software des schwedischen Unternehmens Polar Rose ändern. Sie analysiert Fotos im Netz und kann daraus Rückschlüsse auf die fotografierte Person ziehen.
Mit der Technologie soll es Internet-Usern möglich sein, Bilder einer Person nach grafischen Merkmalen des gesuchten Gesichts zu finden. "Die derzeitige Bildsuche von Google und anderen großen Anbietern ist rein textbasiert und spuckt dementsprechend wenige zufriedenstellende Resultate aus", erklärt Polar-Rose-Gründer und Technologie-Erfinder Jan Erik Solem.
Zustzinformationen auf dem Wiki-Weg
Herzstück des Suchvorgangs ist ein Algorithmus, der die 2D-Gesichtsvorgaben automatisch zu einem 3D-Modell umwandelt. Über den Vergleich dieser 3D-Varianten sollen Suchmaschinen schließlich in der Lage sein, auch bei unterschiedlichen Bildern auf die gleiche Person zu schließen.
Zusatzinformationen wie der Name können im Wikipedia-Prinzip von der Online-Community angefügt und verifiziert werden. "Bei diesen Zusatzinfos vertrauen wir auf die kollektive Intelligenz unserer Anwender. Natürlich wird es immer Leute geben, die unrichtige Angaben machen. Wenn aber 45 Leute sagen, auf diesem Foto ist George W. Bush zu sehen und zwei Einträge was anderes behaupten, dann können die Anwender selber entscheiden, welcher Information mehr zu trauen ist", so Solem weiter.
Neben der Suchfunktion über die eigene Homepage wird Polar Rose auch ein Plug-in für die Browser Internet Explorer und Firefox anbieten, mit dem jedes beliebige Bild im Internet auf vergleichbare Suchergebnisse geprüft werden kann.
Test in Kürze
Die bereits im September dieses Jahres vorgestellte Technologie hat indes auch das Interesse des größten skandinavischen IT-Konsortiums Nordic Venture Partners geweckt. Dieses versorgt Polar Rose mit vier Millionen Euro Startkapital.
In Kürze soll ein begrenzter Betatest der Suchfunktion starten, noch im ersten Quartal des kommenden Jahres wird es eine öffentliche Testphase geben, für die sich Interessierte per E-Mail auf der Homepage des Unternehmens eintragen können.
(sueddeutsche.de/pte)
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