Google digitalisiert für seine "Weltbibliothek des Wissens" ungefragt Bücher. Die Bundesregierung kämpft nun vor einem US-Gericht für die Rechte deutscher Autoren.
Auch Goethe musste von etwas leben: Am 11. Januar 1825 schrieb er einen langen Brief an die "Hohe Deutsche-Bundesversammlung", in dem er ebenso inständig wie forsch um den Schutz seiner Werke gegen unerlaubten Nachdruck bat. Ein Urheberrecht gab es damals nicht; es gab nur einzelne fürstliche Privilegien. Goethes Brief hatte gewissen Einfluss auf die Entwicklung des Urheberrechts, das seit 1870 das "geistige Eigentum" anerkennt und schützt - auch dann, wenn der Geist der Autoren nicht ganz so groß ist wie der von Goethe.
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Für seine "Weltbibliothek des Wissens" hat sich Google über das Urheberrecht hinweggesetzt. Autoren weltweit sollen nun mit einem Taschengeld entschädigt werden. (© Foto: ap)
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Geistiges Eigentum zerbröselt
So einen guten Einfluss auf die weitere Entwicklung des Urheberrechts erhofft sich auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) von dem langen Brief, den sie soeben an ein amerikanisches Gericht geschrieben hat, an den United States District Court, Southern District of New York.
Das Urheberrecht, eine Art Arbeitsrecht für Autoren und Künstler, befindet sich heute wieder in einer Situation, die der von 1825 nicht unähnlich ist. Es besteht die Gefahr, dass geistiges Eigentum im Internet zerbröselt. Das World Wide Web gefährdet das Verfügungsrecht der Kreativen über ihre Arbeit. Und vor dem US-Gericht wird eine Sache verhandelt, die global für die Zukunft des Urheberrechts wichtig ist. Es hat über einen Vergleich zu entscheiden, der zwischen US- Autoren- und Verlegerverbänden und der Suchmaschinen-Firma Google geschlossen worden ist.
Google hatte 2004 ohne Genehmigung der Autoren oder Rechteinhaber damit begonnen, Bücher aus Bibliotheken (auch von deutschen Autoren) einzuscannen, um so eine "Weltbibliothek des Wissens" aufzubauen - auf die dann jeder online gegen Geld zugreifen kann.
Lesen Sie auf Seite 2, wie Google Autoren weltweit finanziell abspeisen will.
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Frau Zypries schreibt JETZT schon? Das kommt ein wenig sehr zu spät. Die VG Wort hat ihre Mitglieder vor bereits sechs Wochen angeschrieben und um Mitteilung gebeten, ob dem Vergleich zugestimmt wird.
Danke Frau Zypries...
Ja, sehe ich auch so. Zypries geht es mehr um geschäftliche Lobbyinteressen, als um Kunst und Künstler. Die Mehrheit der Schriftsteller hat von der Urheberrechtspolitik absolut nichts.
"Viele Schriftsteller sind HartzIV-Empfänger. Wahrscheinlich weit mehr, als solche, die davon gut leben können."
Jeder der ein Buch schreibt ist ein Schriftsteller. Wieviele der HartzIV empfangenden Schriftsteller sind denn auch verlegt? Darum geht es doch hier. Frau Zypries schützt in erster Linie mal wieder die Rechte der Verleger, nicht die Rechte der Schriftsteller.
Viele Schriftsteller sind HartzIV-Empfänger. Wahrscheinlich weit mehr, als solche, die davon gut leben können.
als harz4 empfänger müssen Sie ja auch nichts anderes tun als auf der faulen Haut zu liegen.
fragen Sie mal einen Schriftsteller wieviel Zeite er investiert. Oder besser gesagt: arbeitet. Damit Sie mal den Unterschied zu Ihrem "Einkommen" bemerken...
Paging