Eine einzige Taste kann genügen

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Wenn sich Bedienungsexperte Bosenick aber in den Tiefen der Menüs verheddert, zeigen sich die Schwächen des Gerätes. "Die Grundfunktionen sind ok", urteilt er, "solange ich keine Fehler mache - ich würde sagen: zwei minus". Als er sich bei einer Straße vertippt, zeigt das Navigationsgerät zwar einen blinkenden Cursor an, doch der verhält sich nicht so, wie man es vom Computer gewohnt ist. Man kann keine einzelnen Buchstaben löschen, sondern muss erneut tippen. Auch die Menü-Symbole für einige Funktionen sind ihm nicht klar.

Diesen Punkt hat Sony-Ericsson besser gelöst. Der Handy-Hersteller verwendet bei seinem neuen Flaggschiff der Musikhandy-Reihe Walkman, dem W 980, nicht nur verständliche Symbole, sie pulsieren auch, wenn man sie antippt. "Menüs sind überhaupt besser geworden in letzter Zeit", sagt der Experte, obwohl einige Hersteller nach wie vor dafür berüchtigt seien, das man sich in den Tiefen der Menüfunktionen verlieren kann.

"Wichtig ist immer, dass es klare Abläufe bei den Interaktionen gibt", sagt Bosenick. Bei gut durchdachter Handy-Software genüge es beispielsweise, eine einzige Taste mehrmals zu drücken, um zu den am häufigsten benutzten Funktionen zu gelangen. Dafür müssen die Tasten allerdings auch gut zu erreichen sein.

Die haben ja das Handbuch!

Da kann auch Sony-Ericsson noch etwas besser machen. Zwar sind die Tasten für die Eingabe vorbildlich groß und damit ergonomischer als die vielen Mini-Tastenfelder, für die man den Finger nur in einem spitzen Winkel ansetzen kann. Ansonsten besteht die Gefahr, zwei Tasten auf einmal oder aber die falsche zu erwischen.

Mindestens ebenso häufig aber benutzt man die Steuerungstasten - und die sind auch beim W980 sehr klein geraten. Immerhin ragt der Knopf innerhalb der vier Steuertasten weder zu hoch heraus, noch ist er zu tief eingelassen. "Wir hatten mal ein Gerät, da war diese Taste so tief, dass die Benutzer ständig auf eine der Richtungstasten kamen".

Eigentlich sind das Fehler, die man von einem Gerät nicht erwarten sollte, das in einen umkämpften Massenmarkt drängt. Gerade in Deutschland regieren aber oft noch immer die Entwicklungsingenieure allein. Was dem "Ingeniör nicht zu schwör" ist, bereitet dem normalen Nutzer oft Kopfzerbrechen - das kostet Marktanteile. Selbst die reine Technik lässt oft zu wünschen übrig.

"Sie glauben gar nicht, wie viele unausgereifte Geräte wir kriegen", so Bosenick. Während die Firmen bei technischen Fehlern meist schnell reagieren, sieht es bei weichen Faktoren ganz anders aus. Software zu ändern, die bis auf die EDV-Abteilung alle Mitarbeiter des Hauses nervt, kommt für viele dennoch nicht in Frage, wie sich Bosenick oft anhören muss: "Die haben ja das Handbuch".

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(SZ vom 5.3.2008/mia)