Minitasten und ein Menü mit Labyrinthgarantie: Einigen der neuen Minicomputer, Handys und Navis fehlt es noch an der nötigen Bedienungsfreundlichkeit.
"Wir rechnen weiter mit gehobener Ratlosigkeit", sagt Tim Bosenick, während er an Messeständen vorbei eilt, die kaum mehr als zur Hälfte aufgebaut sind. Alles andere wäre auch nicht gut für sein Geschäft. Bosenick leitet ein Unternehmen, das Hersteller dabei berät, wie sie ihre Produkte bedienungsfreundlicher machen können. Doch wie ein kleiner, nicht repräsentativer Rundgang über die Computermesse Cebit zeigt, dürfte der Firma Sirvaluse die Arbeit so schnell nicht ausgehen.
Wohin und wohin drücken? Handys und Navigationsgeräte sind oft noch zu kompliziert. (© Foto: ddp)
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"Also das", sagt der gestrenge Tester, "das geht ja überhaupt nicht." Bosenick müht sich ab, in ein Gerät Text einzutippen, das aussieht wie eine Kreuzung aus einem Gameboy und einem Laptop-Computer. Samsungs sogenannter Ultra mobile PC Q1 ist ein bisschen größer als eine Tafel Schokolade. Neben dem querformatigen Bildschirm ist links und rechts jeweils eine Hälfte einer PC-Tastatur angebracht. Die Tasten sind ebenso klein wie auf vielen Handys, man muss deshalb ständig hin- und hergucken, während man versucht, die Minitasten mit den Daumen zu treffen. Auch die Buchstabenerkennung über den berührungsempfindlichen Bildschirm lässt zu wünschen übrig - ein H wird zum N. "Wo ist da der Business-Case?", fragt Bosenick. Man könnte auch sagen: Wie will man so ein Gerät verkaufen?
Edelstahl-Navi, von Hand gebürstet
Diese Frage müssen sich längst auch die Hersteller von Navigationsgeräten stellen. Mehr und mehr Handys haben bereits einen GPS-Chip eingebaut, der mithilfe von Satelliten-Signalen die Position bestimmen kann. Zusammen mit der passenden Software wird das mobile Telefon damit auch zum persönlichen Navigator.
Einfache Navis, die relativ zuverlässig von A nach B führen, gibt es bereits für unter 100 Euro beim Discounter an der Ecke. Wie also bestehen als Navi? Navigons neues Modell 8110 bietet für stattliche 449 Euro nicht nur eine matt gebürstete Oberfläche. "Edelstahl, nicht Alu", sagt der Kommunikationschef, "Stahl muss sogar von Hand gebürstet werden."
Er hat nicht nur einen zusätzlichen Prozessor eingebaut, der hilft, die aufwändig gestalteten Panorama-Ansichten zu berechnen. Das Gerät zeigt auch Autobahn-Abfahrten derart narrensicher samt der gewohnten riesigen blauen Schilder an, dass man schon ziemlich blöd sein muss, um sich damit noch zu verfahren. Ein eingebauter UKW-Sender sorgt dafür, dass Menüansagen oder Musik von einer Speicherkarte drahtlos an das Autoradio übertragen werden.
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OB-Kandidatin Nallinger
Ist es denn wirklich so schwer bei Unklarheiten einen Blick ins Handbuch zu werfen?
Natürlich gibt es hier und dann konzeptionelle Mängel bei den Geräten, aber die allermeisten auftretenden Probleme lassen sich mit einem Blick ins Handbuch lösen. Aber man muss ja erstmal groß rumwettern, wie schlecht durchdacht das Konzept ist. Ändert man es, dann ist vielleicht die eine Usergruppe zufriedengestellt, für die andere ist es jetzt aber unlogisch. Menschen sind eben verschieden, für manche erschließt sich die eine Funktion nicht von selbst, dafür kapieren sie eine Funktion sofort für die andere ersteinmal nachdenken müssten.
Was den "Experten" vom beratungsresistenten User unterscheidet ist schlicht die Tatsache, dass der Experte (zumindest irgendwann mal) das Handbuch zu Rate gezogen hat. Das hat nichts mit technischer Expertise zutun, sondern schlicht damit, dass man sich selbst eingestehen kann "Ja, ich kapiere es nicht, ich brauche Hilfe" und nicht "Der Hersteller ist zu blöd, so eine Frechheit, ich brüll jetzt die Hotline an".
Für manche Leute sind die Geräte einfach ein alter Hut, weil man schon zig von dieser Art in den Fingern hatte, natürlich braucht man da kein Handbuch mehr (oder konsultiert es nur um sicher zu gehen), aber wem fällt denn ein Zacken aus der Krone, wenn man nicht sofort versteht wie es funktioniert, weil man es noch nie gesehen hat und von daher ersteinmal 10 Minuten im Handbuch blättert? Zeitfaktor kann es wohl kaum sein, die Handbücher der Consumergeräte sind höchstens 40 Seiten lang, davon sind 10 irrelevant, 15 mit selbsterklärendem Inhalt und im Endeffekt vielleicht 5 relevant.
Mindestens die Hälfte aller Probleme würde sich von selbst lösen, wenn es mehr User vom Schlag: "Ich hab keine Ahnung wie das geht, kann aber nicht so schwer sein und lesen kann ich zufällig auch" gäbe...
... für ein Navi ausgegeben (Die Preise sind rechtzeitig gefallen ;o). Reicht völlig aus und hat den Vorteil allereinfachster Bedienung (nicht mal 5 Minuten nach dem ersten Einschalten konnte ich ohne lästiges Installieren losfahren) und stört beim Fahren nicht mit überflüssigem Schnickschnack. Es macht genau das was es tun soll nämlich die Richtung anzeigen.
Bei aller liebe, aber da hätte ich wirklich mal gerne einen kurzen Bezug auf iPhone gehabt - Wo Ihr sonst in allen möglichen & unmöglichen Fällen das iPhone runtermacht, hätte ich jetzt gerne gewusst o der Experte da was findet was ihm überhaupt nicht schmeckt.
Ich bin jedenfalls mit meinen super zufrieden (ken Verglaich zu einem älteren SE K750i)
Mattes