Axa-Versicherung kooperiert mit Samsung Wer läuft, zahlt weniger

JK Shin, Chef der Mobile-Sparte von Samsung, trägt schon eine Smartwatch.

(Foto: REUTERS)

Axa will, dass die Kunden fitter werden: Dabei soll ihnen die Smartwatch von Samsung helfen. Vorerst gibt das Angebot nur für Frankreich, doch der Wettbewerb um die Daten der Versicherten ist auch in Deutschland kaum aufzuhalten.

Von Herbert Fromme, Köln

Es ist eine Allianz, die noch vor wenigen Jahren als abstrus gegolten hätte: Der Versicherungskonzern Axa kooperiert künftig mit dem Elektronikhersteller Samsung. Das Ziel: Datensammeln für die Versicherung. Axa will die Samsung-Armbanduhr Gear 3 für die Erfassung von Fitnessdaten nutzen und für Erinnerungen per App. Die Gear 3 funktioniert nur zusammen mit einem Samsung-Handy.

Wobei Axa das Ganze natürlich etwas anders ausdrückt: "Wir wollen die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Kunden steigern", sagt eine Sprecherin. "Die Axa-Health-App will erreichen, dass die Kunden sich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche beschützt fühlen", so die Sprecherin weiter. Und: "Sie können dadurch für sich und ihre Familien einen gesünderen Lebensstil erreichen." Wie nett.

Ein Bonusprogram

Die Vereinbarung mit Samsung gilt vorerst nur für Frankreich, in Deutschland plant der Konzern bislang kein ähnliches Angebot. Aber: "Wir bieten ein Bonusprogramm bei Erreichen bestimmter Gesundheitsziele an, zum Beispiel einen bestimmten Body-Mass-Index", sagt ein Sprecher in Köln. Das funktioniert bislang per Formular und ärztliche Bestätigung.

Doch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Axa auch in Deutschland Ähnliches auf den Markt bringt. Die Konkurrenz der Versicherer um digitale Informationen ist heftig. Wer als Erster die Kundendaten geschickt auswertet, hat einen immensen Wettbewerbsvorteil. Erst vor vier Wochen hatte der Axa-Rivale Generali eine Vereinbarung mit dem südafrikanischen Dienstleister Discovery geschlossen. Kunden erhalten Gutscheine und Rabatte, wenn sie ihr Bewegungs- und Ernährungsverhalten dokumentieren.

"Wollen wir wirklich in dieser Welt leben?"

Alles ist messbar: Versicherungen ködern ihre Kunden mit Rabatten, wenn sie ihren Lebensstil preisgeben. Der US-Jurist Scott Peppet warnt: Das kann schnell in ein System der Überwachung und Bestrafung umschlagen. Von Christian Endt mehr ... Interview

Axa investiert dementsprechend kräftig: 800 Millionen Euro hat Konzernchef Henri de Castries für die Jahre 2013 bis 2015 bereitgestellt. Ein eigenes Labor im Silicon Valley hilft bei der Entwicklung.