Apps im Fokus von NSA und GCHQ Angry Birds in Überwachungsmission

Angry Birds: eine überaus beliebte App - bei Smartphone-Nutzern wie Geheimdiensten

Die Geheimdienste NSA und GCHQ überwachen Mails, Anrufe und SMS - das ist bekannt. Doch auch Smartphone-Apps sind nicht sicher, wie "Guardian" und "New York Times" jetzt berichten. Bei Angry Birds, Facebook oder Google Maps lassen sich sogar besonders delikate Informationen gewinnen.

Angry Birds, Google Maps, Facebook: Nicht nur Telefonate und SMS können vom US-Geheimdienst NSA und dem britischen Counterpart GCHQ erfasst und ausgewertet werden, auch aus Apps lassen sich reihenweise Nutzerinformationen filtern. Das berichten der britische Guardian und die New York Times übereinstimmend unter Berufung auf weitere geheime Snowden-Dokumente.

Über Datenlecks in gängigen Smartphone-Anwendungen können die Geheimdienste beispielsweise auf Informationen zum Standort oder dem Handymodell zugreifen, schreiben die Medien. Und auch sehr persönliche Daten werden von den verschiedenen Apps erfasst und können von den Geheimdiensten aus den Datenströmen gefiltert werden: Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, sexuelle Orientierung, Bildungsniveau oder Anzahl der Kinder - keine Information aus Userprofilen sei vor NSA und GCHQ sicher, so die Erkenntnisse.

"Jeder der Google Maps nutzt, unterstützt GCHQ"

Speziell die Suchanfragen bei Google Maps und anderen Kartendiensten sollen im großen Stil ausgewertet worden sein. Zum einen sei eine Datenbank aufgebaut worden, um "jeden Mobilfunkmast der Welt zu lokalisieren", zum anderen wurden zahlreiche Suchanfragen ausgewertet, so der Guardian. Ein Leichtes für die Geheimdienste - in einem Dokument von 2008 heißt es: "Das bedeutet gewissermaßen, dass jeder, der Google Maps auf seinem Smartphone nutzt, an der Unterstützung eines GCHQ-Systems arbeitet."

Aus den Dokumenten, die aus der Sammlung des Whistleblowers Edward Snowden stammen, gehe jedoch nicht hervor, in welchem Umfang die Geheimdienste von ihren Möglichkeiten tatsächlich Gebrauch machen - wie viele Datenpakete aus Apps also routinemäßig gespeichert und ausgewertet werden.

In seiner Rede zur Datenüberwachung und Reform der Geheimdienst-Praktiken habe US-Präsident Barack Obama sich zwar für einen besseren Schutz zu Metadaten von Telefonanrufen ausgesprochen. Die immensen Datenmengen, die sich aus Smartphone-Apps gewinnen lassen, habe er indes mit keinem Wort erwähnt, betont der Guardian.