Das lang erwartete Handy von Apple steckt voller Zusatzfunktionen - und der Chef ist bei der Präsentation nervös wie nie.
An diesem Tag schwitzt niemand mehr als Steve Jobs. Der Apple-Chef spricht in einem Konferenzzentrum in San Francisco zur Eröffnung der Mac-World, der wichtigsten Messe für den Computerhersteller. Er macht das jedes Jahr, eigentlich ein Routineauftritt vor Journalisten, Kunden, Apple-Anhängern und Angestellten.
Steve Jobs war bei der Präsentation des iPhone nervöser als üblich (© Foto: AFP)
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Doch keiner ist nervöser als der Chef selbst. Der 51-Jährige verhaspelt sich in der ersten halben Stunde seiner Rede: spricht von 2006, wenn er 2007 meint; nennt das neue Apple-TV mehrmals mit dem Arbeitstitel iTV.
Nach gut 30 Minuten räuspert er sich: ,,Das ist ein Tag, dem ich zweieinhalb Jahre entgegengefiebert hat.'' Apple verkauft vom Sommer an Handys. Zunächst nur in Amerika, vom Jahresende an dann auch in Europa.
"Das Ding ist eine Wucht"
Das Apple-Handy namens iPhone war erwartet worden. Für die frühere Computerfirma Apple, die ihre jüngsten Erfolge den iPod getauften MP3-Spielern zu verdanken hat, war der Schritt überfällig. Handyhersteller wie Nokia, Samsung oder Sony-Ericsson melden steigende Absätze von Telefonen, die Musik abspielen.
Jobs war sich der Bedrohung bewusst: Vor zwei Jahren entwickelte er mit dem amerikanischen Unternehmen Motorola ein Musikhandy. Das Gerät mit Namen Rokr floppte.
Den zweiten Anlauf startet Jobs, der nichts dem Zufall überlässt, nun in Eigenregie. Herausgekommen ist ein Telefon, das nicht nur die Apple-Jünger begeistert. "Das Ding ist eine Wucht", sagt Benjamin Reitzes, Finanzanalyst bei UBS Warburg.
Das Ziel, bis 2008 zehn Millionen Handys zu verkaufen, und so einen Marktanteil von einem Prozent zu erreichen klinge niedrig, sagt Keith Bachman, Apple-Analyst bei der Bank of America. Apples Aktie stieg um mehr als acht Prozent.
Die Begeisterung löst der Ideenreichtum der Entwickler aus. Apple hat sich auf das Gerät 200 Patente schützen lassen. Das Handy nutzt eine Version des Mac-Betriebssystem OS X, das für seine einfache Bedienung bekannt ist.
So lässt sich das in den USA mit einem Mobilfunkvertrag 500 Dollar teure Gerät komplett über einen berührungsempfindlichen Bildschirm steuern. Wer ein Foto mit der eingebauten Zwei-Megapixel-Kamera aufgenommen hat und es verkleinern will, schrumpft es durch Zusammenziehen von zwei Fingern auf dem Farbdisplay.
Über einen Sensor erkennt das iPhone, wenn es gedreht wird und schwenkt dann seine Anzeige mit. E-Mails über ein Gratis-Konto bei Yahoo empfängt es automatisch. Vom Suchmaschinenbetreiber Google hat Apple das Produkt Google Maps installiert, das Landkarten, Stadtpläne und Luftbilder auf das Handydisplay bringt.
Nur beim Namen hat es den Apple-Ingenieuren an einem guten Einfall gemangelt: Die Marke iPhone hat sich Netzausrüster Cisco schützen lassen. Die Unternehmen verhandeln über eine Lösung.
(sueddeutsche.de)
OB-Kandidatin Nallinger