Das digitale Musikstudio Logic kommt in der Version 9 auf den Markt. Es vereinfacht die Audiobearbeitung - und birgt charmante Details aus der Retro-Ecke.
Logic ist klein und bunt geworden: Die Musiksoftware, die bislang in einem schweren, dunklen Schuber daherkam, wird in der neuen Version 9 in einem schmalen, farbigen Karton ausgeliefert. Verschwunden sind die kiloschweren Handbücher, geblieben sind neun DVDs.
Bild vergrößern
Das Hauptarbeitsfenster in Logic: In der Mitte werden farbig die Instrument-Spuren dargestellt. (© Screenshot: sueddeutsche.de)
Anzeige
Mancher wird den Papierberg vermissen, der bisher die Leistungsfähigkeit des Programms plastisch machte und vor allem jenen nutzte, die gerne ihr Handbuch neben dem Computer liegen haben.
Anderen mag die schmale Variante den Zugang zu Logic erleichtern: Man muss sich nicht erst durch einen Wust an Texten arbeiten, um mit der Software zu hantieren. Die Handbücher werden künftig zumindest als PDF-Dokument zum Download angeboten, auch in deutscher Sprache, wie ein Apple-Sprecher versichert.
Aber der Stapel an DVDs macht auch ohne die Handbücher schon deutlich, was Logic ist: eines der mächtigsten Musikprogramme, die auf dem Markt erhältlich sind.
Mit der Macht der E-Gitarre
Es ist ein komplettes Musikstudio, das auf eine Festplatte passt: Komponieren, Aufnehmen und Produzieren - wofür früher Geräte im Wert von vielen tausend Euro nötig waren, all das bewältigt heute eine Software wie Logic.
Dabei sind es weniger die Funktionen, als vielmehr der ungewöhnlich große Umfang, der Logic von ähnlichen Programmen unterscheidet: Logic umfasst 1.700 Instrumente und eine Sammlung von gut 20.000 Loops. Das ist eine gewaltige Klangbibliothek, die als Grundlage für ausgewachsene Musikproduktionen dienen kann.
Mit Logic 9, das am Freitag auf den deutschen Markt kommt, folgt Apple wieder etwas strenger dem Rythmus der Branche: Logic 8 erschien vor zwei Jahren, davor hatte sich Apple sogar drei Jahre Zeit gelassen für den Wechsel von Logic 7. Andere Unternehmen bringen sogar jährlich neue Versionen ihrer Software heraus - so verdient die Branche ihr Geld.
Logic 9 hat, wie Apple betont, mehr als "200 neue Features und Änderungen". Besondere Beachtung haben dabei die Entwickler aus dem kalifornischen Cupertino und aus Hamburg - Logic war ursprünglich ein Produkt der deutschen Firma Emagic - dem Gitarristen geschenkt. Fast schon ein archaischer Schwerpunkt in einer Zeit, in der die Verformung von Audiomaterial oft wichtiger scheint als das Musikmachen selbst.
Apple gerät da geradezu ins Schwelgen: Wo andere Hersteller bewusst auf optische Reduktion setzen, setzt Apple auf Opulenz. In Logic 9 finden sich munter kolorierte Effektpedale und ein ganzes Arsenal an sorgfältig gestalteten virtuellen Verstärkern, Lautsprecherboxen, und Mikrofonen.
Audio greifbar gemacht
Verspielt mögen es die einen nennen - bei der Vielzahl der Geräte erleichtert es indes die Wiedererkennung. Das kann man schätzen. Für das Zusammenspiel von Mensch und Maschine stehen dabei nicht nur die üblichen Verstärkerklänge der E-Gitarren-Geschichte zur Verfügung, sondern auch Raritäten bis hin zum Verstärker aus dem Kaufhaus.
Und weil Gitarristen ihre Hände zum Spielen brauchen, lassen sich die Pedalboards zudem über ein neues - freilich separat zu kaufendes - USB-Audio-Interface mit Fußtastern bedienen.
Auch wenn die Verstärker und Pedale vor allem Gitarristen zugutekommen, können sie natürlich auch mit den übrigen Instrumenten kombiniert werden. Ein Wurlitzer E-Piano paarte sich schon immer gern mit einem Gitarrenverstärker.
Lesen Sie auf Seite 2, welche Tricks Logic 9 bei betrunkenen Drummern in petto hat.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Musiksoftware RSS
- Software Logic der Musik 08.10.2007
- Skypen für Einsteiger Per Mausklick im Dschungel anrufen 02.09.2009
- Linux im Auswärtigen Amt Belebende Konkurrenz 31.08.2009
- Apple stellt Betriebssystem vor An Windows vorbeigetigert 27.08.2009
- Musiksoftware Ableton Live Die Stunde des Jägers 15.01.2010
- Suchmaschine strebt ins Musikgeschäft Google hört mit 23.10.2009
OB-Kandidatin Nallinger