Apple gegen Nokia gegen Microsoft Kampf um den Tablet-Markt

Ihre Tablets versteckten andere Konzerne wohl in Schubladen, spottet Apple-Chef Cook. Heute stellen Microsoft, Nokia und Apple ihre neuen Tablet-PCs vor oder bringen sie in den Handel. Welche Features die Nutzer erwarten können.

Es wird ein heißer Dienstag im Geschäft mit Tablet-Computern: Drei Anbieter stellen neue Geräte vor. Microsoft bringt die zweite Generation seines Surface-Tablets in die Läden, der frühere Handy-Spitzenreiter Nokia zeigt erstmals ein eigenes Tablet. Am Abend dürfte dann Marktführer Apple neue iPad-Modelle präsentieren.

Die Veranstaltungen der Player am gleichen Tag zeigen, dass in dem Geschäft inzwischen härter gekämpft wird. Apple-Chef Cook ist überzeugt, dass zum Jahr 2015 erstmals mehr Tablets als klassische Notebooks und Desktop-Rechner verkauft werden.

Er könnte Recht haben. Der Tablet-Markt wächst rasant. Der Absatz werde in diesem Jahr um 53,4 Prozent auf über 184 Millionen Geräte steigen, prognostiziert die Marktforschungsfirma Gartner. Für 2014 rechnen Analysten mit einem Wachstum in ähnlicher Größenordnung.

Microsoft

Microsoft bringt am Dienstag knapp ein Jahr nach der Premiere die runderneuerten Nachfolger seiner Tablet-Computer Surface in den Handel. Der erste Versuch war vergleichsweise bescheiden ausgefallen. Nun sollen es "Surface 2" und "Surface Pro 2" richten.

Die neuen Modelle warten mit etlichen Verbesserungen auf. Tester loben vor allem "Surface 2", das neue RT-Modell. Mit dem Marktstart am Dienstag steuert das Unternehmen auf einen direkte Konfrontation mit Apple zu. "Wir scheuen den Vergleich nicht", sagte Christian Illek, Chef von Microsoft Deutschland, vor einigen Tagen.

Der Nachfolger des Surface RT ist mit 676 Gramm wenige Gramm leichter geworden, in seinem Inneren arbeitet ein schnellerer Prozessor (Nvidia Tegra 4). Die Display-Qualität wurde auf 1920 mal 1080 Pixel aufgerüstet, also auf volle HD-Qualität. Microsoft verweist auch auf die längere Akkulaufzeit von zehn Stunden. Auch die integrierten Kameras wurden verbessert und kommen nun auf dreieinhalb beziehungsweise fünf Megapixel.

Den Namenszusatz RT hat Microsoft mit dem neuen Modell fallen gelassen. Das Kürzel habe Kunden eher irritiert, räumt das Unternehmen ein. Anders als die große Version des Surface Pro 2 mit Intel-Core i5-Prozessor und voller PC-Funktionalität setzt das Surface 2 auf die stromsparenden Chips des britischen Designers ARM. Sie werden auch in den meisten Smartphones verbaut. Microsoft spendiert dem Surface 2 nun auch eine abgespeckte Version seines Büroprogramms Office. Außerdem ist nun der E-Mail-Client Outlook mit dabei.

Auch das Surface Pro 2 hat Microsoft aufgestockt. Gewicht und Leistung lassen sich mit denen eines Notebooks vergleichen. Die Akkulaufzeit soll um bis zu 60 Prozent höher als beim ersten Surface Pro liegen. Je nach Ausstattung kostet das Gerät allerdings auch zwischen 879 und 1779 Euro.

Mit seinen ersten Surface-Tablets war Microsoft vor einem Jahr angetreten, um seinem Betriebssystem Windows 8 mit einem neuartigen Kachel-Design einen geeigneten Hardware-Boden zu bieten. Doch dem Software-Konzern war kein schneller Erfolg beschieden. Die Marktforschung IDC errechnete zuletzt für alle Windows-Tablets zusammen einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Tablets mit Googles Android-System kamen dagegen auf 62,6 Prozent, Apples iPad auf 32,5 Prozent.