Apple landet einen Wurf nach dem anderen. Das ist keine Zauberei. Auch andere könnten erfolgreicher sein - wenn sie mehr an ihre Kunden denken würden.
Wer in der Hemd-, Hosen- oder Handtasche seiner Freunde nachschaut, findet neben allerlei Krimskrams in den meisten Fällen ein Handy, und zwar - natürlich - der Marke mit den fünf Buchstaben. Nein, nicht Apple.
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Das jüngste Beispiel der Apple-Erfolgsserie: das iPhone. (© Foto: dpa)
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Weltweit verkauft weiterhin kein Unternehmen mehr Mobiltelefone als Nokia, und das mit gehörigem Abstand. Doch wer dann in die Bilanzen der Anbieter blickt, wird feststellen, dass nicht bei Nokia, sondern beim Neueinsteiger Apple am Ende das meiste Geld hängen bleibt. Keine Firma in der Handy-Branche verdient so gut.
Apple ist gerade en vogue, keine Frage. Viele mutet der Erfolg des nordamerikanischen Computer-, Musikspieler- und neuerdings Mobiltelefonherstellers kultisch, ja geradezu magisch an. Was Apple-Chef Steve Jobs anfasst, so scheint es, macht er zu Gold.
Das iPhone ist das jüngste Beispiel seiner Erfolgsserie, doch schon zuvor lehrte Jobs mit den iPod-Spielern für digitale Lieder die Musikindustrie das Fürchten, ebenso die PC-Branche mit den Mac-Computern.
Was der 54-Jährige da leistet, ist keine Zauberei. Er hat das gemacht, was viele Top-Manager nur beteuern: das Unternehmen auf die Wünsche der Kunden ausgerichtet. Die Produkte des kalifornischen Konzerns beschränken sich auf wesentliche Funktionen, nicht auf das, was machbar wäre.
Gründe für den Markenkult
Sie bestechen in einer äußerst technikverliebten Industrie durch ihre Benutzerfreundlichkeit. Dazu erhalten die Kunden Geräte, die zwar teuer sind, aber ein oft ungewöhnliches Design abseits der Masse haben - und meist einwandfrei funktionieren.
Die Klientel kann sich beim Kauf der Produkte mit dem angebissenen Apfel auf eine hohe Qualität verlassen. Erst durch das Zusammenspiel all dieser Faktoren entsteht der Kult um die Marke Apple. Davon können andere Firmenlenker lernen.
Wer dennoch überzeugt ist, es werde ein Steve Jobs gebraucht, um den Aufstieg von Apple zu wiederholen, muss die Erfolgsfaktoren nur in anderen Branchen suchen.
Beispiel Benutzerfreundlichkeit: Geräte aus der Unterhaltungsindustrie zu bedienen, etwa eine Videokamera, bringt den Laien heutzutage ins Schwitzen. Die US-Firma Puredigital hat daher eine Kamera entwickelt, mit der man filmen kann, Videos auf den Rechner laden, bearbeiten, und dann vielleicht noch ins Netz stellen.
Und all das verlangt kein Informatikstudium, das kann jeder, ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung. Die Kamera hat wenige Knöpfe, keine Kabel. In den USA gehört sie derzeit zu den meistverkauften Camcordern - gerade wegen dieses minimalistischen Ansatzes.
Den Kunden vergessen
Beispiel außergewöhnliches Design: Der Mini ist ein Auto zum Lieben oder Hassen. Die Fans vergöttern die Form, die Gegner verdammen den Spielzeugwagen. Automobilbauer BMW jedenfalls hat der Wagen lange Zeit viel Freude gemacht. Erst jetzt in der Flaute normalisiert sich der Absatz.
Beispiel Fokus aufs Wichtige: Auf der Webseite der Suchmaschine Google gibt es exakt ein Eingabefeld. Keine blinkenden Banner, keine Nachrichten, keine Videos. Doch niemand verdient so gut mit der Suche im Netz wie der US-Konzern.
Auch Einzelhändler Aldi hat dieses Prinzip perfektioniert: Keine Spielecke für Kinder, keine aufwendig dekorierten Regale - nur günstige Produkte in öden Hallen. Trotzdem lieben die Kunden den Discounter.
Es gibt auch Gegenbeispiele, die den Apple-Effekt belegen, ausgerechnet von Rivale Nokia. Die Finnen verkaufen seit kurzem als Antwort auf das iPhone den "leistungsfähigsten mobilen Computer, den es gibt".
Sie meinen ein Handy, das alles, und zwar wirklich alles kann, was technisch machbar ist. Nur eines haben die Ingenieure vergessen: den Kunden. Der kann die Vielfalt kaum bedienen.
Was Apple besonders macht, sind nicht die Erfolgsfaktoren für sich genommen. Einfach, ungewöhnlich oder hochwertig können andere auch. Aber keiner anderen Firma gelingt es im Moment so gut, alle Faktoren zugleich in den Produkten zu vereinen.
Das, zusammen mit einer Marketingmaschine, die durch Geheimniskrämerei Neugier entfacht, begründet den Kult um den Konzern. Hexenwerk ist das keines.
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(SZ vom 07.08.2009/gal)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Ich bin ein sehr Technik offener Mensch, ich kaufe das, was für meine Bedürfnisse in diesem Moment das beste Preis-Leistungsverhältnis hat - da war auch schon ein iPod dabei, auf das MacBook hab ich damals eben wegen Preis-Leistung verzichtet. Jetzt sind aber ein paar meine Freunde/Bekannte auf Apple umgestiegen (MacBook, iPhone, etc. das volle Programm) und ich kann nachvollziehen, dass man dann nicht mehr zurückwechseln will. Aber der Hass kommt von deren Seite, egal was Microsoft bzw. mein Rechner macht ist entweder Sch**ße oder eh von Apple geklaut. Das gleiche mit meinem neuen LG Arena: erster (und einziger) Kommentar der Apple Jünger: Ist aber schon sehr viel vom iPhone geklaut. Nix von wegen, dass das Ding gut aussieht, ein paar Erweiterungen hat, die dem iPhone fehlen, nur Kritik und niedermachen.
Dass die "Nicht-Apple-User" da irgendwann in ne Abwehrhaltung gehen und eben gegen Apple stänkern ist doch die normalste Reaktion der Welt.
Mit einem Bekannte kann ich mich nett kappeln wenn es um Apple vs. den Rest der Technik Welt geht, bei allen anderen geh ich gar nicht mehr darauf ein...
Wenn man sich allein die Bewertungen der Kommentare hier anschaut. Alle Apple kritischen Kommentare haben eine überwiegend negative Bewertung.
@hellboy69: Danke für den Hinweis mit den Aktien, das wusste ich nicht.
es wird immer wieder gerätselt, warum manche so gegen Apple "flamen". Ich stelle mir das so vor: Da kauft sich ein Typ irgendein Handy, Nokia oder was weiß ich, freut sich drüber, genießt die tollen Sachen die das kann. Jetzt will er es natürlich seinen Freunden zeigen. Aber alle Welt redet nur übers iPhone und ob es einen iPhone-Killer gibt. Da wächst Frust, da wächst Neid. Obwohls natürlich völliger Quatsch ist. Was interessiert mich, was der andere hat. Hauptsache ich hab' meine Freude an meinem Gerät, egal, was für eine Marke.
Apples Produktpalette ist gnadenlos. Sie ist so gestaltet, dass möglichst viele Kunden möglichst nicht genau das bekommen, was sie wollen bzw. brauchen:
Wem der Mac Mini nicht reicht - und das ist nun mal ein Einsteiger-Ding - muss zum iMac greifen. Tja, da steht man dann vor so einem All-in-One-Designerstück. Entweder mag man es, so wie es ist, oder man mag es nicht. Und es gibt gute Gründe, es nicht zu mögen: Das "kabellose" Konzept ist natürlich Schwachsinn, denn gerade der iMac zwingt den User dazu, alles extern anzuschließen und sich nicht nur mit Kabeln, sondern auch Computerkomponenten den Schreibtisch vollzumüllen. (Als erstes externes Gerät sollte der iMac-User einen DVD-Brenner anschließen, denn das Slot-In-Drive des iMac geht schnell kaputt, was blöde ist, wenn eine CD oder DVD im Gerät steckenbleibt). Wem die Bildschirmgröße nicht passt oder - noch heftiger - wer mit "Glossy" nicht klarkommt, für den kommt der iMac wohl nicht mehr in Frage. Und so landet man dann beim einzigen "richtigen" Computer, den Apple im Programm hat: beim Mac Pro. Dumm nur, dass man damit bereits im Workstation-Bereich ist, was sich am Preis bemerkbar macht. Nur wenige Menschen sind dazu bereit, 2500 Euro für einen Computer auszugeben - zu Recht, wenn sie nur Standard-Anwendungen laufen lassen.
Ich lege so alle 4-5 Jahre die 2500 Euro hin, aber für mich lohnt es sich auch, weil ich am Computer Musik produziere, und da geht nix über CoreAudio und Logic. Stabil, zuverlässig und ohne im Hintergrund rödelnde Virenscanner. Besser geht's nicht. Zu teuer ist es auch nicht, wenn es 4 Jahre reibungslos läuft. Surfen, Mailen, Schreiben und selbst Photoshoppen kann man auf einem ordentlich konfigurierten PC mit Win XP hingegen genauso gut wie auf nem Mac - nur eben erheblich günstiger.
@toxicbuddha.
Apple denkt so sehr an seine Kunden, dass die gar nicht mehr denken sollen ... äh, müssen. ;)
Und das ist ausnahmsweise gut so. Mir ist meine Zeit zu wertvoll, als mich mit Abstürzen, Updates (die neue Update-Tabelle auf WinDOs 7 ist der Hammer), aufpoppenden Warnfenstern uvm. zu beschäftigen ;-)
In der Regel - und in meinem Fall seit 18 Jahren - funktionieren die Apfelsachen nämlich ohne Probleme. Und das gilt für die Spaßgeschichten genauso wie die für mich viel wichtigeren Arbeitsgeräte, die ich bis jetzt hatte.
Ansonsten - wie schon weiter vorne angemerkt - geht es in dem Artikel in erster Linie darum, was andere Firmen von Apple lernen können. Und da kann man sich - sofern nicht patentgeschützt ;-) - viiieeel abschauen.
Viele Grüße
csuess
sehen Sie, das ist der Unterschied.
Ich will ein gutes und hochwertiges Produkt, das man als solches auch ohne gehirnwaschartiges Marketing erkennen kann. Ob da ein Apfel darauf ist oder nicht, ist mir wurscht. Mir wäre lieber, der Hersteller würde den Akku wechselbar konstruieren, oder nachhaltiger produzieren.
DW
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