Apple Apple erhöht Preise für Smartphones und Tablets - nur in Deutschland

  • In Deutschland sind Smartphones und Tablets von Apple zum Jahreswechsel teurer geworden.
  • Bei iPhones beträgt der Aufschlag 4,95 Euro, bei iPads 6,95 Euro.
  • Hintergrund der Preiserhöhung ist eine Einigung mit der "Zentralstelle für private Überspielrechte" auf eine Urheberrechtsumlage.

Apple hat zu Jahresbeginn die Preise für Smartphones um 4,95 Euro und für Tablets um 6,95 Euro angehoben - jedoch nur in Deutschland.

Hintergrund der Preiserhöhung ist eine Einigung auf eine Urheberrechtsumlage, die der kalifornische Konzern mit der Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) erzielt hat. Hinter ihr stehen die Verwertungsgesellschaften, an die nun das Geld fließt, darunter Gema, VG Bild-Kunst und VG Wort. Diese Gesellschaften wiederum schütten Geld an Urheber wie Autoren oder Komponisten aus.

Im Dezember 2014 waren Apple, Samsung und andere Unternehmen übereingekommen, fünf bis sieben Euro für jedes nach Deutschland importierte Smartphone oder Tablet zu zahlen. Das neue iPhone 6s kostet in der Basisversion mit 16 GB Speicher im Einzelhandel nun 744,95 Euro, im vergangenen Jahr waren es noch 739 Euro.

Urheberrechtsabgabe direkt auf den Kunden umgelegt

Apple gibt die neue Urheberrechtsabgabe damit direkt an den Kunden weiter. Mit der Summe werden alle legalen Privatkopien abgegolten, die Benutzer von urheberrechtlich geschützten Werken, etwa von Liedern, auf ihre Smartphones ziehen.

Die Pauschalabgaben werden seit langem auf Geräte wie Computer, MP3-Player, Kopierer, Drucker etc. sowie auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge erhoben. Um eine Vereinbarung für Smartphones und Tablets wurde jahrelang gerungen. Erst im Dezember 2015 einigten sich ZPÜ und der Branchenverband Bitkom.

Langfristig kein fester Aufpreis geplant

Markus Scheufele, Bitkom-Urheberrechtsexperte, sagte der Deal umfasse Gebühren für mobile Geräte, die nach 2008 verkauft wurden, für Tablets ab dem Jahr 2012. Langfristig wolle die Industrie jedoch von einem festen Aufpreis abrücken und dafür auf Abonnementdienste und Zahlmodelle setzen, bei denen Kunden nur für das aufkämen, was sie tatsächlich heruntergeladen hätten.

ZPÜ-Sprecher Jürgen Becker sagte allerdings, die Erfahrung habe gezeigt, dass Kunden immer Wege fänden, um Material zu kopieren, ohne dafür zu zahlen. Die Vorabumlage für mobile Geräte sei daher fairer.