Anklage vor US-Kriegsgericht Wikileaks-Verdächtigem drohen 52 Jahre Haft

Das US-Militär hat offiziell Anklage gegen den Soldaten erhoben, der brisante Kriegsvideos an die Enthüllungsplattform Wikileaks gegeben haben soll.

Das US-Militär hat Anklage gegen einen Soldaten im Zusammenhang mit einem im Internet veröffentlichten Video eines tödlichen Hubschrauberangriffs im Irak erhoben.

Dem 22-Jährigem werde unter anderem vorgeworfen, vertrauliche Informationen zugänglich gemacht zu haben, teilte die amerikanische Armee am Dienstag mit.

Die Anklage wurde unter Militärrecht erhoben und könnte damit zu einem Verfahren vor dem Kriegsgericht führen. Der Soldat war in Bagdad stationiert. Ihm droht nun eine Gesamtstrafe von bis zu 52 Jahren.

Brisantes Tötungsvideo

Zuletzt hatte das amerikanische Militär erklärt, er sei in Kuwait in Untersuchungshaft. Das Video aus dem Jahr 2007 stammt von der Zielerfassungskamera eines Kampfhubschraubers und war im April auf der Internet-Site WikiLeaks veröffentlicht worden.

Es zeigt, wie eine Gruppe von Personen auf einem Platz in Bagdad angegriffen und zwölf getötet werden. Unter den Toten war ein Reuters-Journalist und sein Fahrer. Das US-Militär hat erklärt, die Besatzung habe eine Kamera für einen Granatenwerfer gehalten.