Es ist keine Revolution, eher eine Evolution. Doch das Internet holt als Informationsquelle stetig auf. Bei den Jungen hat es die Zeitung schon eingeholt - und auch das Fernsehen verliert.
Zeitung lesen am Frühstückstisch ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene ein unbekanntes Szenario. Nach der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) lesen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen ein knappes Drittel keine Zeitung mehr, sie holen sich ihre Informationen ausschließlich aus dem Netz und dem Fernsehen. 2004 lag der Anteil derjenigen, die in dieser Altersgruppe keine Zeitung lesen, noch bei etwa einem Fünftel. Es sieht so aus, als ob das inzwischen nicht mehr ganz so neue Medium Internet ältere Leitmedien verdrängen könnte.
Das Internet ist für viele junge Erwachsene die wichtigste Informationsquelle. (© Foto: ddp)
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Die abnehmende Bedeutung der Zeitungen zeigt sich auch darin, wie die Jugendlichen das Medium bewerten: Während 37,7 Prozent der 14- bis 19-Jährigen das Internet zur wichtigsten Informationsquelle über das Tagesgeschehen zählen, ordnen lediglich 24,5 Prozent die Tageszeitungen in diese Kategorie ein.
"Unverzichtbare Nachrichten aus dem Netz"
Die Marktforscher vom Bodensee befragten zwischen Januar und August 2007 etwa 10.000 Personen zwischen 14 und 64 Jahren zum Informationsverhalten und zur Technologienutzung. So stieg die Zahl der Internetnutzer nach Angaben der ACTA auf insgesamt 35,8 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das erneut eine Steigerung um sechs Prozent. 71,7 Prozent der Bundesbürger zwischen 14 und 64 Jahren sind somit derzeit online.
Noch deutlicher nahm die Zahl der täglichen Internetnutzer zu, und zwar um 14 Prozent auf 19,3 Millionen. Ein knappes Drittel davon, das sind 7,2 Millionen Bundesbürger, holt sich Nachrichten aus dem Netz. Sie sagen: "Für meine tägliche Information sind Computer und Internet unverzichtbar".
Aber nicht nur die Zeitung verliert als wichtige Informationsquelle an Bedeutung, auch das Fernsehen muss Einbußen hinnehmen: "Ich habe mich gestern im Fernsehen über das aktuelle Geschehen informiert" sagen bei allen Nutzern 65,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 69,2 Prozent. Bei den 14- bis 19- Jährigen ist die Zahl der Fernsehnutzer am geringsten. Hier sind es kanpp 41 Prozent, bei den 20- bis 29-Jährigen 55 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Fernsehnutzer zu.
Ein Teil der Rückgangs bei den Jüngeren geht auf die Rechnung von Video-Plattformen wie YouTube - zumindest bei jüngeren Menschen: Von den 14- bis 19-Jährigen nutzen ein knappes Drittel diesen Dienst häufig, bei den 20- bis 29-Jährigen sind es noch knapp 17 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen lediglich 5 Prozent und nur noch knapp 3 Prozent der 40- bis 49-Jährigen.
Jugendphänomen Internetvideos
Aber nicht nur Internetvideos, auch Weblogs sind eher Inhalte für die jüngere Generation. Die ACTA zählte rund 560.000 regelmäßige Blogger. Knapp zwei Drittel der Vielschreiber sind 14 bis 29 Jahre alt.
Die zunehmende Internetnutzung führt auch dazu, dass sich mehr Menschen Sorgen um den Datenschutz machen. 54 Prozent befürchten, dass persönliche Daten im Internet nicht geschützt sind, 48 Prozent haben die Sorge, dass der Staat im Bereich Computer und Telekommunikation die Bürger immer stärker überwachen wird.
(sueddeutsche.de)
Vor dem ESC-Finale in Aserbaidschan
@Rack6
Ja, das geht wunderbar... wenn nicht der Mann die "DIgital"-Seite lesen möchte und die Dame "Panorama" :-)
"Außerdem ist Zeitungsrascheln am Frühstückstisch der Partnerschaftskiller No. 1 und damit mega-nogo!"
So ein Schmarrn. Hat Ihnen noch keiner gesagt, dass man auch zu zweit von derselben Seite aus in eine Zeitung hinein schauen kann? Probieren Sie das mal mit einem Laptop!
Genau!!! Ich bin zwar lange aus der o. z. Zielgruppe raus, lese aber so gut wie gar keine Zeitung mehr. Da steht nur drin, was ich einen Tag vorher im Netz lesen konnte. Und um die Vielfalt der Kommentare zum gleichen Thema zu erhalten, müsste ich eine Unzahl an Zeitungen kaufen.
Außerdem ist Zeitungsrascheln am Frühstückstisch der Partnerschaftskiller No. 1 und damit mega-nogo!
Abgesehen davon, dass eine Online-Ausgabe nicht das Zeitungsrascheln am Frühstückstisch ersetzen kann, stehe ich dieser Entwicklung sehr positiv gegenüber. Würde ich das, was ich online lese, in Papierform haben, dann würde meine Papiertonne überquellen. Und das dafür, dass mehr als die Hälfte davon gar nicht gelesen wurde. Als Schmarotzer muss sich trotzdem keiner fühlen, genauso wenig wie beim Privatfernsehen. Es ist genügend Werbung platziert, die bei entsprechend hohen Abrufzahlen auch angemessen verkauft werden kann.
Wenn die Nutzer Angebot und Nachfrage bestimmen kann das nach unserer marktwirtschaftlichen Ideologie nur recht sein, oder?
Eine Quersubventionierung, wie sie so oft stattfindet, untergräbt dabei ganz entscheidend die Philosophie die so angepriesen wird. Man kann sich eben nicht immer nur die Rosinen herauspicken, wie manche der Lenker so gerne möchten. Denn bequem ist eine Friss oder Stirb Mentalität nur dann wenn man sich ausserhalb dieses Systems bewegt und vom gefressen werden anderer profitiert. Von daher weine ich dem ganzen Sums keine Träne nach. Vernünftige Inhalte überleben, und um andere ists nicht schade. Das Versprechen dass irgendwann in der Zukunft doch die Möglichkeit bestünde dass da mal was wichtiges dabei rauskommen könnte is ebenso nebulös wie unglaubwürdig.
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