Aktion von "Game Dev Tycoon" gegen Torrents Game over für illegale Downloader

"Wir gehen bankrott": Szene aus der gecrackten Version von Games Dev Tycoon

(Foto: Greenhert Games)

Die Entwickler des Computerspiels "Game Dev Tycoon" haben eine Falle gelegt: Wer ihr Programm illegal herunterlädt, besitzt zunächst scheinbar das ganz normale Spiel. Doch dann erleben diese User eine böse Überraschung.

Von Mirjam Hauck

Patrick und Daniel Klug sind Spiele-Entwickler mit einem eigenen kleinen Studio namens Greenheart Games. Sie haben vor ein paar Tagen das Spiel mit dem Namen "Game Dev Tycoon" auf den Markt gebracht, das eine ähnliche Story wie das beliebte Smartphone-Spiel "Game Dev Story" von Kairosoft erzählt. Es simuliert, wie es ein kleiner Programmierer zum Star-Entwickler schafft.

Direkt nach dem offiziellen Verkaufsstart - das Spiel kostet 7,99 Dollar - stellten die Entwickler eine leicht veränderte Version von "Game Dev Tycoon" auch auf Filesharing-Seiten ein. Wie die Brüder in ihrem Blog schreiben, wurde die als gecrackte Kopie erkennbare Version bereits kurz darauf zahlreich heruntergeladen.

Wer sich das Spiel über Filesharing-Seiten beschafft, erlebt aber eine böse Überraschung. Denn kaum hat der Spieler im Game ein erfolgversprechendes Produkt entwickelt, wird er selbst zum Piraterie-Opfer. Niemand kauft sein Spiel, stattdessen bekommt er folgenden Hinweis zu sehen: "Chef, zwar spielen jede Menge Leute unser Spiel, aber sie stehlen es, indem sie eine gecrackte Version runterladen. Sie kaufen es nicht legal. Wenn die Spieler die Games, die ihnen gefallen, nicht kaufen, gehen wir früher oder später bankrott." Am Ende geht der Entwickler tatsächlich pleite, das Spiel ist aus.

"Das ist nicht fair"

Dieser Wink mit dem Zaunpfahl wurde aber von einigen Spielern nicht verstanden. So mehrten sich Beiträge in Foren, in denen Spieler fragten, wie sie aus dieser Situation wieder herauskämen. So wollte ein User wissen, ob es möglich sei, Kopierschutz-Maßnahmen zu erforschen, um so doch wieder Profit machen zu können. Ein anderer schrieb: "Warum gibt es hier so viele Leute, die mein Spiel stehlen? Das ruiniert mich, das ist nicht fair". "Als Spieler musste ich laut lachen: was für eine Ironie" kommentiert Spiele-Entwickler Patrick Klug diesen Eintrag.

Laut der anonymen Nutzungsstatistiken der Brüder haben lediglich 214 Nutzer das Spiel legal erworben und 3104 sich die offensichtlich gecrackte Version geholt. Das sind mehr als 90 Prozent - und das trotz eines geringen Preises. Für dieses Geld bekommt man ein DRM-freies Spiel, das auf Macs, Linux- und Windows-Computern läuft und zudem auf drei eigene Rechner kopiert werden kann.

"Es gib Menschen, die sich wegen Geldproblemen kein legales Exemplar kaufen können", schreibt Patrick Klug. "Mit euch habe ich keine Probleme. Aber der Rest, der sich das Spiel leisten könnte, sollte Folgendes beachten: Wir sind nicht wohlhabend und werden es in nächster Zeit wohl auch nicht werden. Wir sind einfach zwei Jungs, die sich den Arsch aufgerissen haben, um ihr eigenes Entwicklerstudio zu gründen und Spiele zu entwickeln, die Spaß machen."