"Eklatante Missstände": Ministerin Aigner ärgert sich über die Datenschutz-Richtlinien von Facebook. Nun droht sie in einem offenen Brief, ihr eigenes Profil zu löschen.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat das soziale Netzwerk Facebook wegen seines laxen Umgangs mit dem Datenschutz scharf kritisiert. Das Unternehmen missachte die Interessen der Internetnutzer, schrieb die Ministerin in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der Brief wurde am Montag in Aigners Facebook-Account auf Englisch und auf Deutsch veröffentlicht.
Verbraucherministerin Ilse Aigner stört sich an den Datenschutz-Richtlinien von Facebook. (© Foto: AFP)
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Aigners Protest richtet sich gegen die Pläne von Facebook, künftig allgemeine Daten über Nutzer an Dritte weiterzugeben. Das geht aus der jüngsten Überarbeitung der Datenschutzrichtlinie von Facebook hervor. Darin heißt es: Damit der Nutzer "auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen" könne, sei das Unternehmen "gelegentlich gezwungen, anderen überprüften Webseiten und Anwendungen" in bestimmten Fällen "allgemeine Daten" über den Nutzer zur Verfügung zu stellen.
Privates muss privat bleiben
Aigner schreibt, sie habe "mit großer Verwunderung" gesehen, dass Facebook trotz "massiver Kritik von Verbraucherschützern den Datenschutz weiter lockern möchte". Privates müsse privat bleiben. Leider achte Facebook diesen Wunsch nicht, was auch durch die jüngste Studie der Stiftung Warentest belegt worden sei. Facebook sei beim Umgang mit Benutzerdaten und bei Nutzerrechten jeweils als mangelhaft bewertet worden, heißt es in dem Brief.
Aigner forderte Facebook auf, die Richtlinie umgehend zu überarbeiten. Geplante Änderungen der Nutzungsbedingungen müssten den Mitgliedern "klar und deutlich" vor jeder Änderung mitgeteilt werden. Facebook müsse die persönlichen Daten der Mitglieder umfassend schützen. Andernfalls sehe sie sich gezwungen, ihre Mitgliedschaft zu beenden.
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(SZ vom 06.04.2010/tob)
Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
meint sie das wirklich im Ernst? Bezieht sich das auch auf ihr Rumgehampel in Berlin. Wenn es so ist, soll sie schnellstens die Kurve kratzen oder ist das nur Zickengetöse.
Ich würde mir von Frau Aigner eher Aktivitäten gegen staatliche Schnüffelei und Sammelwut wie bei ELENA wünschen - das ist nämlich weder freiwillig noch kann ich der Datensammlung/-nutzung widersprechen!
Die wissen nicht was es ist und noch schlimmer nicht wie es zu bedienen ist.
Ich kann auf diese Leute im Internet gut verzichten!
Bitte auch die Parteiseiten aus dem Internet entfernen! Die sind in höchstem Maße Jugendgefährdend und schlimmere Seiten für den Nachwuchs gibt es neben Pornographie im Netz nicht.
Sich bei Facebook anzumelden und sich dann über mangelnden Datenschutz beschweren, kommt der Beschwerde gleich, man möchte doch bitte nicht in einer Jauchegrube ersäuft werden, sondern in Badewasser.
Diese Datamining-Firma als "soziales Netzwerk" zu bezeichnen, zeigt, wie sehr die SZ bereits in der Brave New World angekommen ist. Glückwunsch, Frau Redakteuse.
... ohne Frau Aigner. Unfassbar! Ich glaube, Herr Zuckerberg bekommt es jetzt mal wirklich mit der Angst zu tun. ...
Einen schönen Tag noch
csuess