28. Januar 2013, 14:26 Streit zwischen Youtube und Gema Diese Kultur ist in Deutschland leider nicht verfügbar

Youtube, ist das nicht diese Plattform für Quatsch und Klamauk? In Deutschland leider schon, anderswo hingegen ist die Seite ein quicklebendiges pop- und netzkulturelles Echtzeitmuseum. Das zeigt ein Blick auf die in Deutschland gesperrten Videos.

Von Pascal Paukner

Wenn in Deutschland von sozialen Netzwerken die Rede ist, dann wird oftmals nur über Facebook und Twitter gesprochen. Und nur selten über WhatsApp, Tumblr oder Youtube. Dabei spielt gerade die Videoplattform mit täglich 800 Millionen Nutzern global betrachtet in einer Liga mit Facebook und wird von deutlich mehr Menschen genutzt als Twitter. Dass Youtube ganz nebenbei zum größten popkulturellen Archiv in der Menschheitsgeschichte geworden ist - in Deutschland merkt man davon fast nichts.

Das hat auch mit dem andauernden Streit zwischen dem Youtube-Mutterkonzern Google und der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema zu tun. Eine jetzt veröffentlichte Übersicht der eintausend populärsten Youtube-Videos zeigt ein bemerkenswertes Bild: 61,5 Prozent der Clips sind in Deutschland gesperrt. Verglichen mit 0,9 Prozent in den USA und etwas mehr als einem Prozent gesperrter Videos in Nachbarländern wie Österreich oder der Schweiz kann Deutschland allerhöchstens als Youtube-Entwicklungsland gelten. Selbst in Staaten wie dem Vatikan oder Südsudan ist die Videovielfalt unter den Tophits größer als hierzulande.

Es ist eine Situation, die dazu führt, dass wichtige Teile der jüngeren Popkultur nicht verfügbar sind. Denn die Liste der bedeutsamen, aber gesperrten Youtube-Videos ist lang:

Die popkulturelle Youtube-Realität in Deutschland dagegen besteht beispielsweise aus einem Kind, das sich auf den Finger beißt und einer grünen Zeichentrickfigur, die zu einem Gummibären-Song tanzt. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb Youtube hierzulande nicht als das wahrgenommen wird, was anderswo längst ist: das wichtigste soziale Musiknetzwerk.