15. Februar 2013 14:55 Soziales Netzwerk Facebook lässt Freunde Status-Updates kaufen

Aufmerksamkeit gegen Geld: Facebook schaltet derzeit eine neue Funktion frei, die es möglich macht, Status-Updates von Freunden innerhalb des sozialen Netzwerks prominent zu platzieren. Einwilligen muss dafür niemand.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist Facebook erneut fündig geworden: Das soziale Netzwerk hat damit begonnen, eine neue Funktion freizuschalten, die es möglich macht, Status-Updates befreundeter Nutzer bevorzugt anzuzeigen, ohne dass diese zuvor um Erlaubnis gefragt werden müssen.

Medienberichten zufolge funktioniert die neue Werbemaßnahme ähnlich wie die im vergangenen Herbst eingeführten, sogenannten Promoted Posts. Mit ihnen ist es heute schon möglich, für wenige Euro die Sichtbarkeit von eigenen Status-Updates zu erhöhen. Das gleiche soll künftig auch für die Status-Updates von Freunden möglich sein. Dabei soll es nicht notwendig sein, dass der Urheber eines Updates der Hervorhebung durch einen Freund zustimmt, schreiben die Technologieblogs The Verge und Techcrunch übereinstimmend.

Wann die Funktion flächendeckend nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Facebook teilte lediglich mit, das neue Hervorheben von Beiträgen werde "nach und nach" global ausgerollt. Hintergrund der Änderungen ist, dass ein Status-Update auf Facebook laut Techcrunch durchschnittlich nur von 16 Prozent der Freunde gesehen wird. Wer eine größere Sichtbarkeit erreichen will, soll für die eigenen Updates bezahlen oder das künftig auch für Freunde übernehmen.

Privatsphäre-Einstellungen nicht betroffen

Facebook sieht als Einsatzzweck für die neue Funktion etwa eine Situation, in denen ein Bekannter zu Wohltätigkeitszwecken einen Marathon läuft, darüber auf Facebook schreibt und ein anderer Nutzer der Meinung ist, diese Nachricht sollten alle Freunde des Bekannten sehen.

Die Privatsphäre-Einstellungen sollen von der neuen Funktion nicht betroffen sein. Auch wenn ein Status-Update durch einen Freund hervorgehoben werde, soll es auch weiterhin nur für die Nutzer sichtbar sein, die zuvor theoretisch auch bereits Zugriff darauf gehabt hätten.

Konfliktpotenzial könnte die Werbemaßnahme dennoch bergen: Nicht immer dürfte jeder Nutzer über die unfreiwillige Hervorhebung seiner Status-Updates erfreut sein.

Was die Werbung für Freunde und Bekannte im Durchschnitt kosten wird, ist noch unklar. Schon jetzt sind die Kosten für einen Promoted Post abhängig von der Zahl der Freunde und dem geografischen Standort des Nutzers. Das große Geschäft dürfte es für Facebook aber kaum werden. Auch die bezahlte Hervorhebung eigener Beiträge ist weit davon entfernt, ein Massenphänomen zu sein.