6. Februar 2013, 11:34 Serie von Hackerangriffen in den USA Anonymous macht Notfallplan der Notenbank öffentlich

Bei einer Serie von Hackerangriffen in den USA ist nun ein geheimer Notfallplan der US-Notenbank öffentlich geworden. Darauf sollen sich Adressdaten von 4.000 Bankern befinden, die bei Katastrophen die Geldversorgung aufrecht erhalten sollen.

Die US-Notenbank Fed ist laut eigenen Angaben Opfer einer Attacke von Computerhackern geworden. Dabei sollen Kontaktdaten von rund 4000 Bankern, mit denen die Notenbank im Katastrophenfall in Verbindung getreten wäre, um die nationale Geldversorgung der USA aufrecht zu erhalten, öffentlich geworden sein.

Hinter der Attacke steckt laut eigenen Angaben das Hackerkollektiv Anonymous. Die Hacker hatten bereits am Wochenende über den Microblogging-Dienst Twitter bekannt gegeben, dass sie Daten von einigen tausend Bankern in ihren Besitz gebracht hätten. Unklar ist, wo genau die Informationen gespeichert waren. Die Nachrichtenseite ZDNet hatte berichtet, Anonymous sei über eine Seite des Kriminalitätsinformationszentrum in Alabama an die Informationen gelangt.

Eine Sprecherin der Zentralbank räumte am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass Hacker kurzzeitig Zugriff auf eine interne Webseite der Federal Reserve gehabt hätten. Das Datenleck sei mittlerweile behoben, sagte die Sprecherin. Es seien keine für die Sicherheit und die Funktion des US-Geldsystems oder anderer Aufgaben der Zentralbank kritische Daten von Unbefugten eingesehen oder entwendet worden.

Racheaktionen für Aaron Swartz

Anonymous protestiert seit gut einem Monat mit Aktionen gegen die Regierung und öffentliche Stellen wegen der Behandlung des in den USA bekannten Hackers Aaron Swartz. Swartz drohten im Falle seiner Verurteilung wegen Datenraubs bis zu 31 Jahre Gefängnis. Er beging Mitte Januar Selbstmord.

Unklar ist derzeit noch, wie aktuell die Informationen auf der veröffentlichten Liste sind. In einem Schreiben an die Mitglieder des Notfall-Kommunikations-Systems ECS der Fed, hieß es lediglich, dass Post- und Mailadressen, Telefon-, Handy- und Faxnummern der Mitglieder veröffentlich worden seien.