10. Safer Internet Day Erschreckend uninformiert

91 Prozent der Kinder gaben an, dass sie vor allem Google nutzen. Spezielle Kindersuchmaschinen wie Blinde Kuh, fragFINN oder Helles Köpfchen nutzt knapp die Hälfte der Kinder - jedoch nicht ausschließlich. In diesen Seiten mit gefilterten Suchergebnissen können Kinder vor allem eines: lernen und sich über spezielle Themen kundig machen. Schwierige Themen spart die Blinde Kuh nicht aus. Wer die Suchmaschine zu Anschlägen befragt, erfährt etwas über das Attentat vom 11. September 2001 und warum es Menschen gibt, die alles zerstören wollen. Dazu gibt es einen Link zu den Kindernachrichten des ZDF, logo tivi.

Möglicherweise traumatisierende Bilder von verstümmelten Opfern, die die Bildersuche bei Google liefern würde, gibt es dort nicht. Zu der Anfrage "Nazis" findet die Kindersuchmaschine 55 Treffer, vom Lexikoneintrag über Neonazis bis zur Befreiung von Auschwitz. So wird kein Kind in rechtsextreme Netzwerke hineingezogen.

Während viele Broschüren (siehe Kasten unten links) zu solchen Seiten raten, ist Mutter Eva Maier skeptisch. Sie fürchtet, dass sich viele Eltern dadurch zu sehr in Sicherheit wiegen und die Verantwortung abgeben. "Ich glaube, dass Kinder dieses halbe Internet so mögen wie Fahrradfahren mit Stützrädern - und dann eben bei Freunden im richtigen Internet surfen, ohne dass ich dabei bin", sagt sie.

Nicht alles verteufeln

Doch Eltern handhaben das Thema Internet sehr unterschiedlich, hat Hans-Jürgen Palme erfahren. 1996 hat er den Verein "Studio im Netz" gegründet, der seitdem Eltern und Kindern den richtigen Umgang mit dem Internet vermitteln will - zum Beispiel in Computerclubs, in denen Kinder und Jugendliche das Netz konstruktiv nutzen lernen und Eltern dazu begleitend informiert werden - so auch im nächsten Kurs zum Thema Facebook.

Viele Eltern seien erschreckend wenig informiert, viele sehr vorsichtig, andere fänden es völlig okay, dass die Kinder sich allein im Internet tummeln. Das sei auch milieuabhängig, sagt Palme. Wer gebildeter ist, setzt sich intensiver mit dem Thema auseinander. "Wir sind keine Einrichtung, die alles verteufelt - uns ist wichtig, dass man den richtigen Umgang lernt", sagt Palme. Und dazu gehören auch die richtigen Vorbilder: Wenn Eltern selbst bei Facebook unvorsichtig mit ihren eigenen persönlichen Daten umgehen, ist das wenig beispielhaft.