Noch im März kommen erste 3-D-Fernseher auf den Markt, TV-Sender zeigen WM-Spiele im neuen Format - doch nicht jeder Zuschauer bringt die körperlichen Voraussetzungen für die Technik mit.
Die Geschichte vom Eroberer und der scheinbar primitiven Eingeborenen ist uralt, und sie ist schon oft verfilmt worden. Nur so noch nicht: James Camerons "Avatar" ist der kommerziell bislang erfolgreichste Kinofilm, weil er in 3-D produziert wurde.
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3-D-Fernseher: Die Brille ist weiterhin zwingend erforderlich. (© Foto: Reuters)
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Wie sehr der Regisseur damit im Trend lag, zeigt sich daran, dass dieser Rekord schon wieder in Gefahr ist - durch eine weitere 3-D-Produktion, Tim Burtons "Alice im Wunderland". Von diesem Trend will auch die Branche der Unterhaltungselektronik profitieren. Noch im März bringt Samsung in Deutschland die ersten 3-D-Fernsehgeräte auf den Markt. Bis zum Ende dieses Frühjahrs wollen zahlreiche weitere Hersteller folgen.
Aber ist Deutschland überhaupt schon reif für einen neuerlichen Technologiesprung? Erst zu den Olympischen Spielen in Vancouver haben die öffentlich-rechtlichen Sender den Regelbetrieb beim hochauflösenden Fernsehen (HDTV) aufgenommen, die privaten bieten HDTV nur verschlüsselt an. Bald wird man dafür auch zahlen müssen. Experten erwarten zwar, dass hochwertige Fernsehgeräte künftig allesamt 3D-fähig sein werden. Doch die wichtigste Frage bleibt vorerst offen: Wird es genügend in 3-D produzierte Filme geben oder wird die ganze Aufregung um 3-D wieder verpuffen - so wie es ja bereits zweimal passiert ist?
Bildfehler führen zu Übelkeit
Für den Erfolg von 3-D spricht, dass die Digitaltechnik viele Probleme löst, an der die früheren Versuche litten: Filmriss bei der Vorführung mit zwei Projektoren, die dann mühsam wieder synchronisiert werden müssen - das zum Beispiel gibt es nicht, wenn digital von einer Computerfestplatte aus projiziert wird.
Allerdings könnte gerade der Hunger nach 3-D-Material der Technik den Erfolg vermiesen. Mit Computern lassen sich normale Filme zwar in 3-D umrechnen. Dabei kommt es aber oft zu Bildfehlern, die das Gehirn durcheinanderbringen und zu Kopfschmerzen oder Übelkeit führen können.
Ärzte warnen bereits davor, dass die räumliche Wahrnehmung von Kindern durch häufiges 3-D-Fernsehen gestört werden könnte. Ihr räumliches Sehen sei noch nicht vollständig ausgebildet. Das Gehirn beachtet bei der 3-D-Wahrnehmung aber auch, auf welche Entfernung die Augen fokussiert sind. Wer - wie es Kinder häufig tun - nah am Schirm sitzt, stellt die Augen auf diese Entfernung ein, bekommt aber oft gleichzeitig die Illusion, in die Ferne zu blicken.
Räumliche Wahrnehmung basiert vor allem darauf, dass die Augen leicht unterschiedliche Bilder erfassen. Das Gehirn verarbeitet diese Informationen zu einem 3-D-Bild. Um das nachzubilden, müssen Fernsehgeräte unterschiedliche Bilder für das linke und das rechte Auge zeigen.
WM-Spiele in 3-D
Zwingend erforderlich sind zudem die ungeliebten 3-D-Brillen. Sie sorgen dafür, dass jedes Auge nur die dafür bestimmten Bilder sieht. Nahezu alle Hersteller setzen dabei auf sogenannte Shutterbrillen. In deren Gläsern stecken Flüssigkristalle, die sich zwischen durchsichtig und schwarz umschalten lassen.
In Kinos und bei Vorführungen im Freien werden jedoch meist Brillen verwendet, deren Scheiben jeweils nur Licht einer Schwingungsrichtung durchlassen. Das senkt zwar die Bildqualität, dafür kosten diese Brillen nur wenige Euro und eignen sich so auch für das Projekt, das der britische Sender BSkyB zur Fußball-WM zusammen mit dem Hersteller LG plant.
In Pubs will BSkyB WM-Spiele in 3-D zeigen. Viele Menschen würden aber auch davon nichts haben. Weil sie unter einer leichten Fehlstellung der Augen leiden, können etwa ein Prozent der Menschen gar keine 3-D-Effekte erkennen. Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
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(SZ vom 10.03.2010/joku)
Muss man da jetzt auch fummeln und patchen, als Normalfernsehbürger ?
... ich dachte immer der Fachmann im Fachladen kann einem das alles hinrichten.
Das größere Problem als wie die Codecs ist das Format des USB-Sticks. Die meistens bzw. alle Fernseher mit USB port erkennen nur einen USB mit der formatierung FAT32.
Das Windows Format NTFS kann fast keiner lesen.
Und wenn der Fernseher das nicht kann, Ich würde dazu raten einen 32" Bildschirm mir mit FullHD zulegen, den PC anschließen und einfach alles mit dem PC machen.
Den Fernseher braucht man bei dem heutigen Fernsehprogramm sowieso nichtmehr.
In 3D sieht man bestimmt besser als der Schiedsrichter, ob der Ball hinter der Linie war - oder nicht ?
... würde wahrscheinlich erst mal reichen, daß z. B. ein Philips 5000er Fernseher am USB-Port folgende Formate "wegliest" und verarbeitet: MP3, LPCM, JPEG-Standbilder, MPEG1, MPEG2, H.264/MPEG-4 AVC.
... zu klar noch die Erinnerungen an 20-minütige IMAX-Kurzfilme von rollenden Achterbahnen, die ständig flackerten und bei denen man anschließend mit einem unguten Gefühl in der Magengegend hinauswankte.
Anfang des Jahres sah ich dann "Avatar" und ich muss sagen: Ich war absolut begeistert. Kein Flimmern, eine leichte Unschärfe am Rande des Blickfeldes aber daran gewöhnte man sich schnell, kaum reißerische Effekte à la Achterbahnfahrt. Stattdessen sind mir Eindrücke geblieben wie:
"So sieht also ein hunderte Meter langes Raumschiff von Innen aus!"
Oder:
"Wahnsinn, der läuft wirklich zwischen den Kantinentischen durch!" Oder:
"Ich schätze das sind ca. 1,50 Meter bis zur Cockpitscheibe, ganz schön eng!"
Letzte Woche dann "Alice im Wunderland" - mehr "Achterbahneffekte" aber nichts desto trotz beeindruckend und Kopfschmerzfrei.
Im Prinzip bin ich der Meinung, dass wirklich jeder Kinofilm, auch ein 2-Personen Kammerspiel, davon profitieren kann. Die Sache ist allerdings, dass ich für diesen Mehrwert nicht immer bereit sein werde, den nahezu doppelten Ticketpreis zu berappen. Von daher werden die Produzenten im eigenen Interesse darauf achten, wann 3-D wirklich sinnvoll ist.
Zum Thema 3-D Fernseher: Ich bin gespannt, wie "Avatar" in der kleinen 3-D Kiste wirkt - schließlich wird aus großer Opernbühne eher ein Puppentheater. Live-Übertragungen in 3-D werden wir in Deutschland in den nächsten 15 Jahren nicht sehen - ARD und ZDF strahlen jetzt erst in HD aus - in den USA schon seit 5-6 Jahren.
Da ich in der glücklichen Lage bin, das mein 1998 für Unsummen erstandener 16:9 Sony-TV nach wie vor treu seinen Dienst verrichtet, werde ich mal abwarten, ob 3-D-TVs im Laufe 2011 bezahlbar werden.
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