Noch in diesem Monat kommen die ersten 3-D-Fernseher auf den Markt. Weil die entsprechenden Filme fehlen, rechnen die Geräte herkömmliche Bilder um - das funktioniert nicht immer zufriedenstellend.
Was ist nur mit diesem Fernseher los? Ein fabrikneues Gerät, Oberflächen aus gebürstetem Aluminium machen auf wertig, flach wie eine Flunder ist der 116- Zentimeter-Bildschirm und dann so ein Bild: Kontrastreich zwar, aber alle Konturen wie gegeneinander verschoben.
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Dem Lächeln folgt ein Migräneanfall: Nicht jeder verträgt 3-D-Bilder (© Foto: AP)
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Nun, mit Brille wäre das nicht passiert. Kaum hat man die auf cool gestylten, erstaunlich leichten schwarzen Dinger auf, klärt sich die Bedeutung der ineinander verschobenen Bilder. Der Fernsehsender Anixe HD sendet eigens für eine Demonstration des TV-Weltmarktführers in 3-D.
Als erster Hersteller bringt Samsung Ende März für Preise ab 1399 Euro Geräte auf den Markt, die 3-D-Inhalte anzeigen können und liefert dazu auch die passenden Abspielgeräte. Wir konnten uns einen ersten Eindruck davon verschaffen.
Erst vor wenigen Monaten wurde überhaupt erst der Standard verabschiedet, mit dem 3-D-Inhalte von Datenträgern auf Fernsehgeräte gebracht werden sollen. Als Medium dienen Blu-ray-Discs.
Diese ähneln äußerlich der DVD, sind aber kratzfest beschichtet und können mehr Daten speichern, in der Regel 50 Gigabyte. 3-D-Material von einer Blu-ray- Scheibe, die für beide Augen die volle Auflösung des Bildschirms nutzen kann, ist - zumindest vom ersten Eindruck her - ein Erlebnis. Brillante und scharfe Bilder mit enormer Tiefe ziehen den Betrachter in ihren Bann. Dann und wann verlassen sie den Rahmen des Bildschirms und scheinen im Raum zu schweben. Es lässt sich leicht vorstellen, dass der ein oder andere nicht widerstehen kann, wenn er das live gesehen hat.
Fernseher als Guckkasten
Das Problem ist nur: So viele Inhalte gibt es gar nicht in 3-D. Die Hersteller spendieren manchen ihrer 3-D-Fernseher daher eine Funktion, die normalem 2-D-Fernsehen die dritte Dimension verleihen soll. Das Gerät berechnet dazu mit sogenannten Algorithmen, mathematischen Regeln also, was pro Bild vorne und hinten ist.
Schwenkt beispielsweise die Kamera, bewegen sich die Objekte im Vordergrund rascher als im Bildhintergrund - solche und andere Informationen können per Algorithmus für eine Umwandlung in 3-D verwendet werden.
Im besten Falle erweckt das Ergebnis den Eindruck, der Fernseher sei eine Art Guckkasten geworden, der eine gewisse Tiefe im Bild bietet. Spektakuläre Effekte gibt es nicht, und bei vielen Einstellungen ertappt man sich bei der Frage: Ist das jetzt 3-D oder doch nicht? Hinzu kommt, dass die Brillen nicht bloß so aussehen, als trüge man eine Sonnenbrille, sie nehmen dem Bild auch Helligkeit.
Fernsehen mit der Brechtüte
Für das menschliche Auge unmerklich werden bei den Brillen für 3-D-Fernsehen abwechselnd das linke und das rechte Auge abgeblendet. Parallel dazu zeigt das TV-Gerät das jeweils für das offene Auge passende Bild an. Insgesamt geht dadurch schon einiges von der Leuchtkraft der Bildschirme verloren, diese ist aber so hoch, dass sich dieser Punkt am ehesten verschmerzen lässt.
Die Frage, wie man vor allem das künstlich errechnete 3-D verträgt, sollte jeder vorher ausprobieren. Fernsehen mit der Brechtüte dürfte kaum ein Vergnügen sein. Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.
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(SZ vom 22.3.2010/ma/joku)
Fernsehen mit der Brechtüte dürfte kaum ein Vergnügen sein.
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Das liegt bisweilen aber an den Inhalten, gell, Herr Kerner...