Mit dem erklärten Ziel die Krankenversicherungsbeiträge zu senken, hat der Gesetzgeber die Eigenbeteiligungen erhöht und den Leistungskatalog eingeschränkt. Die große Koalition will offenbar eine Mischung aus Bürgerversicherung und Kopfpauschale.
Deutschlands Praxisärzte haben ihre Liebe zum Igel entdeckt. Doch nicht der possierliche Winterschläfer ist damit gemeint. Igel steht für „Individuelle Gesundheitsleistungen“.
Etwa die Hälfte der deutschen Arzt-Praxen bleibt heute zu. Tausende Mediziner protestieren derzeit auf der Straße gegen schlechte Bezahlung, zu viel Bürokratie und das neue Arzneimittelwirtschaftlichkeits-Gesetz.
In mehreren Bundesländern hat eine breit angelegte Testphase für die elektronische Gesundheitskarte begonnen. Sie soll Patienten mehr Sicherheit und Transparenz garantieren. Doch Datenschützer sind skeptisch.
Ärzte streiken. Dieses Mal in Berlin, an der berühmten Charité, die pleite ist. Im Sommer protestierten sie in Baden-Württemberg und Bayern. Und so wird es weitergehen, wenn sich nicht grundsätzlich etwas ändert, wenn Länder und Kommunen auch künftig die Klagen der Ärzte abtun, wenn die Bundesregierung nicht handelt.
Um die Koalition nicht zu gefährden, hatten Union und SPD die Gesundheitsreform bei den Verhandlungen ausgeklammert. Jetzt bricht der Streit wieder aus: Die Union ist fassungslos über den Vorstoß von Ulla Schmidt, Kassen- und Privatpatienten künftig gleich zu behandeln.
Auf gemeinsame Konzepte in der Gesundheitspolitik haben sich SPD und Union im Koalitionsvertrag nicht verständigen können. Ministerin Ulla Schmidt ist für möglichst viel Gleichmacherei. Gesundheitsexperte Wolfgang Langer über Sinn und Hintergedanken der Schmidt-Offensive.
Von der Einführung einer Bürgerversicherung in Deutschland erhoffen sich die Befürworter eine starke Entlastung für die Krankenkassen - doch Experten erwarten nur ein allmähliches Sinken der Krankenkassenbeiträge.
Die Zahl der Deutschen ohne Krankenversicherung steigt - durch sinkende Einkommen, aber auch durch Hartz IV. Betroffen sind ehemals privat Versicherte und Selbstständige.
Die Gesundheitsreform verordnet das Hausarzt-Modell, sagt aber nicht, zu welchen Konditionen es angeboten werden soll. Ob man mit einem Bänderriss auch erst zum Hausarzt muss und wieviel Praxisgebühr man sparen kann, liegt ganz im Ermessen der Krankenkassen.
Wer zuerst beim Hausarzt Rat sucht, kann mglicherweise bald auf die umstrittene Gebühr verzichten. Knapp vier Monate ihrer Einführung setzen die meisten Krankenkassen für ihre Versicherten auf ein Hausarzt-Modell. Nach der Barmer Ersatzkasse (BEK) gaben am Wochenende weitere große Krankenkassen entsprechende Pläne bekannt, die möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen.
Für rund neun Millionen Menschen sinken offenbar die Krankenkassenbeiträge um bis zu ein Prozent. Die Kassen erfüllen damit eine Forderung von Gesundheits- ministerin Ulla Schmidt (SPD).
Die Praxis-Gebühr zeigt offenbar Wirkung. Wie die Facharzt-Verbände mitteilten, saßen im Dezember und Januar bis zu 15 Prozent weniger Patienten in den Wartezimmern. Gleichzeitig berichtet die Ärzteschaft von einer großen Verunsicherung der Patienten durch die Gebühr.
Gut eine Woche nach ihrem Start sorgt die Gesundheitsreform bei Patienten und Ärzten für erheblichen Unmut. Nach einer Umfrage der SZ bereitet vor allem die Umsetzung der Praxisgebühr Probleme. Allerdings ist das befürchtete große Chaos bei den niedergelassenen Ärzten ausgeblieben.
Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat dem Kompromiss von Koalition und Union zugestimmt. Ab 1. Januar 2004 sind damit unter anderem zehn Euro pro Arztbesuch fällig.
Rente mit 67, ein radikaler Systemwechsel in der Kranken- und Pflegeversicherung - die Herzog-Kommission fordert radikale Veränderungen und ein kräftiges Ankurbeln der Wirtschaft. Sonst, so Altpräsident Herzog, fahren die Systeme "gegen die Wand".
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Armutsflüchtlinge aus Afrika
Die EU erlebt seit Jahren an ihren südlichen Grenzen einen gewaltigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika. Zu tausenden und unter Einsatz ihres Lebens stürmen sie die Wohlstandsgrenze, getrieben von der vagen Hoffnung auf ein besseres Auskommen. Viele sterben auf dieser Reise und wer ans Ziel kommt, ist dort nicht willkommen.
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