Wer wie der Innenminister aus unabhängig operierenden Institutionen ein zentral gesteuertes Gebilde formen will, verschmilzt nicht nur unterschiedlich fundierte Lauschanlagen. Er zielt auf einen Umbau des Staates. Ein Kommentar von Helmut Kerscher
Was noch? Kaum eine Woche vergeht mehr, ohne dass aus Unionskreisen neue Forderungen oder zumindest Überlegungen zur Sicherheitsarchitektur bekannt werden.
Zuletzt gab es das Getöse um den Nationalen Sicherheitsrat, von dem seit dem Awacs-Urteil des Bundesverfassungsgerichts mit seiner massiven Stärkung des Parlaments nicht mehr viel zu hören ist.
Jetzt denkt man im Bundesinnenministerium über eine monströse Abhörbehörde für Polizei und Geheimdienste nach. Vorbild sind in beiden Fällen die USA. Insbesondere die National Security Agency (NSA), aber auch das britische Government Communication Headquarter (GCHQ) sollen die Modelle sein für eine zentrale Abhörbehörde in Köln.
Das Problem dabei: Die Bundesrepublik Deutschland hat vor knapp 60 Jahren gerade auf Betreiben der Alliierten eine gänzlich andere Verfassung bekommen. Zu ihren Wesensmerkmalen gehören der föderalistische Aufbau des Staates und die strikte Kontrolle von Polizei und Geheimdiensten - als eine Folge der schrecklich effektiven Bündelung von Macht in Hitler-Deutschland.
Nach dem Grundgesetz ist die Polizei Sache der Länder und sie ist, anders als ein Geheimdienst, bei ihren Ermittlungen den Beschränkungen der Strafprozessordnung unterworfen.
Solche Trennungen und Bindungen mögen als teuer oder auch nur als lästig empfunden werden. Sie haben jedoch ihren guten rechtsstaatlichen und ihren guten historischen Sinn.
Wer aus unabhängig operierenden Institutionen ein zentral gesteuertes Gebilde wie eine Abhörzentrale der Sicherheitsbehörden formen will, verschmilzt nicht nur unterschiedlich fundierte Lauschanlagen. Er zielt auf einen Umbau des Staates.
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Jedes mal, wenn wieder solch ein Hirngespinnst aus dem Inneministerium quillt, stelle ich mir die Frage: Zu welchem Zweck?
Und jedes mal komme ich zum gleichen Ergebnis. Sinn und Zweck ist nicht der Schutz des Buergers, sondern der Schutz der Staatsorgane vor dem Buerger. Dies impliziert jedoch wiederum die Frage: Warum brauchen die staatlichen organe Schutz vor dem Volk?
Und hierauf faellt mir nur eine Loesung ein: Saemtliche staatlichen Leistungen werden auf ein Minimum reduziert und damit der Poebel nicht irgendwann anfaengt zu revoltieren, muss alles darauf vorbereitet sein, im Ernstfall auch Gewalt gegen das einfache Volk einsetzen zu koennen. Aber alles zum Kampf gegen den Terrorismus.
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Der Staat ist sicher. Sicherer als die Renten. Es bedarf keinerlei Institutionen der Sicherung des Staates.
Weil es nicht wirklich Bedarf für diese Institutionen wie BND und auch Verfassungschutz gibt, können diese sinnlosen Institutionen ohne Gefährdung angebaut werden. Es sind die Relikte aus dem kalten Krieg. Canaris läßt schön grüßen.
Es wird Zeit, daß dieser völlig aufgeblasene Staat (Bürokratie ohne Bürger) in Deutschland sich wieder auf das Normalmaß reduziert. Bei diesen beiden Institutionen sollte man anfangen. Wenn gefragt wird, wie nutzvolle und zukunftsweisende Investitionen des Staates gegenfinanziert werden können. Ca. 7 Mrd Euro werden für diese Dienste einfach rausgepulvert. Ohne jeden Effekt, ohne jeden Sinn.
Die letzte Gefährdung der Bundesrepublik sollen 2 Bengel gewesen sein, die in einem Zug bessere Feuerwerks zünden wollten. Die "Nazis" mit ihrem Hang zum Landfriedensbruch sind bei Polizei und Justiz recht gut aufgehoben, ebenso wie die Raudaubrüder von links. Nur ein Politiker, der nicht mehr weiß was Watergate bedeutet, versucht diese Ämter noch in der Bespitzelung von politisch Andersdenkenden einzusetzten. Dann allerdings sind diese Ämter sogar eine Gefahr für den Rechtsstaat.
Den Bürgern dieses Landes braucht wesentlich weniger Steuern abgepresst zu werden, wenn man Behörden, die nie wirklich einen Nutzen für das Volk hatten und heute nur noch der Phobie eines kranken Innenministers dienen, abschafft. Und dazu noch die Landesverfassungsämter. Die qualifizierteren Mitarbeiter könnten einen Arbeitsplatz beim BKA finden und gegen die organisierte Kriminalität vorgehen. Hier z.B. gibt es erheblichen Nachholbedarf in der "Sicherheit". Hier sind die realen Sicherheitsmängel des "Staates".
Die Dienste des BND werden bereits mit der Auswertung von Presseberichten von den Attaches in den Botschaften wesentlich besser und seriöser erledigt als von diesem "Dienst", der seit 1990 in der Spionage nur versagte und in den letzten Jahren vermehrt nur Spielmaterial lieferte. Kürzlich haben sich die US-Amerikaner darüber beschwert, daß vorsätzlich falsche Informationen aus diesem "Dienst" zu dem Krieg im Irak (und damit zu diesem entsetzlichen Bürgerkrieg dort) zumindest beigetragen haben. Einen solchen Bärendienst kann sich die BRD auch aus außenpolitischen Gründen nicht erlauben.
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19.05.200812:01:07
Eurohasenbär:
Die Verfassungsgeber haben damals erheblich mehr Vertrauen in das Volk gesetzt, als in die Regierenden - mit Recht.
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Zitat "Er (Schäuble) zielt auf einen Umbau des Staates."
Ich glaube jeder der auch nur ein bischen verfolgt was Schäuble so ständig in die deutschen Lande hinausposaunt, weiß schon lange, dass sich seine Gedankenwelt schon lange von der "Normalwelt" abgekoppelt hat. Er hat die Leinen losgemacht um in die raue See des "ich rette Deutschland vor hypotethischen Gefahren" hinauszustechen. Das ist das harte Brot, wenn man eigentlich als Minister überflüssig ist.
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