Der Mount Everest ist mit 8850 Metern der höchste Berg der Welt. 5000 Mal so hoch wäre ein Turm aus DVDs mit Daten, die im vergangenen Jahr weltweit gespeichert wurden. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden 2010 die Festplatten knapp.
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Die neuesten Hits als mp3-Datei, Kochrezepte, das lustige YouTube-Video oder eine Präsentation aus der Firma - unzählige verschiedene Daten schwirren täglich im Netz umher, werden abgerufen und neu gespeichert. Unzählige? Zumindest schätzen kann man das Datenvolumen der digitalen Welt.
Laut dem Marktforschungsinstitut IDC werden im Jahr 2010 auf der Erde fast tausend Exabyte Daten gespeichert sein, das sind 1000 Milliarden Gigabyte. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor Engpässen an Speicherplatz.
Obwohl die Kosten für Speicherplatz stetig im Sinken begriffen sind und der Einsatz neuer Festplattentechnologien für Speicherrekorde am laufenden Band sorgt, wird der verfügbare Speicherplatz im Jahr 2010 nur bei rund 600 Milliarden Gigabyte angesiedelt sein, glaubt IDC. Damit wären also fast 400 Milliarden Gigabyte Speicher zu wenig vorhanden.
Um das Problem der Datenexplosion in den Griff zu bekommen, schlagen die IDC-Analysten eine effektive Lösung vor: Unwichtige Daten sollen einfach gelöscht werden.
Allein im vergangenen Jahr umfasste das "Digitale Universum", wie IDC es nennt, 161 Exabyte. Auf jeden einzelnen der knapp 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde kommen demnach umgerechnet rund 24 Gigabyte an digitalen Daten, die im Jahr 2006 entstanden sind. Die Marktforscher prognostizieren, das die digitale Informationsmenge jährlich um 57 Prozent zunimmt, sich bis 2010 versechsfacht und dann die unvorstellbare Masse von 988 Exabyte erreicht haben wird.
Laut Studie sind 70 Prozent der Informationsproduzenten Privatpersonen, die allein durch alltägliches Telefonieren, Fotografieren, Filmen, Internet surfen oder Fernsehen digitale Daten produzieren oder übermitteln. Bilder und Videos machen der Studie zufolge den Löwenanteil des Informationsuniversums aus: 2006 wurden laut IDC mehr als 150 Milliarden Fotos mit Digitalkameras aufgenommen, die Marktforscher erwarten über 500 Milliarden weitere Bilder bis 2010.
Die Menge der Daten ist nur schwer vorstellbar: Würde man das Datenvolumen des vergangenen Jahres, also 161 Exabyte, auf normale DVDs brennen, ergäbe das einen Turm von über 40.000 Kilometern Höhe - mehr als dreimal der Durchmesser der Erde oder auch etwa ein Zehntel der Entfernung von der Erde zum Mond.
Den rasanten Anstieg der Datenmengen führen die Analysten auf eine Reihe von Faktoren zurück. Neben der flächendeckenden Verbreitung von hochauflösenden Digitalkameras und dem ungebremsten Anstieg von E-Maildaten und Webseiten, sorgt vor allem der Einzug der IP-Telefonie für ungeahnte Datenmengen. Der Vorteil bei letzterem liegt allerdings darin, dass die für das Telefonieren verwendeten Daten nicht langfristig gespeichert werden müssen.
"Allein in Deutschland ist vergangenes Jahr ein Datenvolumen von 10 Exabyte entstanden und bis 2010 sind knapp 70 Exabyte zu erwarten", sagt Jochen Moll von EMC, dem Auftraggeber der Studie.
Um das Problem der langfristigen Datenarchivierung in den Griff zu bekommen, greifen Wissenschaftler und Entwickler mittlerweile sogar wieder auf Methoden zurück, die bereits als überholt angesehen wurden. So hat beispielsweise das Unternehmen Micro Archive Systems ein Langzeitarchivierungssystem entwickelt, das auf dem Einsatz von Mikrofilm basiert.
Mit der Ablichtung von digitalen Dokumenten auf dem Mikrofilm sollen den durch die technische Weiterentwicklung entstehenden Migrations- und Kompatibilitätsprobleme vorgebeugt werden.


