Die Macher von bildblog.de haben eine Mission: Täglich suchen sie in der Bild-Zeitung "kleine Merkwürdigkeiten und das große Schlimme". Da die Zeitung die Internetseite offenbar zur Korrektur von Artikeln nutzt, verlangen die Blogger jetzt eine Honorierung.

Bild

Fair von Bildblog.de: Sie schlagen für ihre Korrekturdienste eine pauschale Honorierung vor - und verlangen so lediglich etwas mehr als 2000 Euro. (Foto: AP)

Seit knapp zwei Jahren berichtet bildblog.de über die Merkwürdigkeiten in Deutschlands größter Boulevardzeitung. Bild selbst habe sich die Kritik bisher wenig zu Herzen genommen und stattdessen den Bildblog nach Aussagen der Macher als "eine Art Schlussredaktion oder Korrektorat" benutzt.

Süffisant bemerken die Bildblogger auf ihrer Homepage: "Wir hatten gehofft, dass sich die Mitarbeiter von Bild und Bild.de durch unsere Arbeit angespornt fühlen, weniger Fehler zu machen.

Stattdessen machen sie nicht weniger Fehler als bisher, korrigieren sie aber bei Bild.de schneller, sobald wir darüber berichtet haben. Deshalb halten wir für das Nutzen dieser Dienstleistung eine Honorierung für angemessen und haben eine Rechnung an Bild.T-Online geschickt."

In aller Form ging daher bei der Bild.T-Online.de AG & Co. KG die Rechnung 1/06 ein, in der bildblog eine "pauschale Honorierung von 40 Euro pro korrigiertem Artikel" vorschlägt. Bei 45 Korrekturen, so die Rechnungssteller weiter, sind das zuzüglich Mehrwertsteuer 2088 Euro.

Rechnung für Bild

Transparenz ist wichtig: Eine Aufstellung der Einzelposten ist der Rechnung beigefügt. ()

Eine Stellungnahme von Bild-Sprecher Tobias Fröhlich ist im aktuellen Spiegel zu lesen: "Wir hatten immer gedacht, die selbsternannten 'Bild'-Wächter kämpften ehrenamtlich für besseren Journalismus – scheinbar geht es ihnen aber doch eher ums Geldverdienen."

Wie ernst die Bildblogger ihre Arbeit nehmen, beweisen sie allerdings prompt, als sie auf ihrer Seite der Stellungnahme Fröhlichs anmerken: "Wir gehen davon aus, dass Herr Fröhlich nicht 'scheinbar', sondern 'anscheinend' meinte."

Sollte Bild.T-Online die Rechnung tatsächlich bezahlen, wollen die Bildblogger den Betrag selbstverständlich für einen guten Zweck spenden.

(sueddeutsche.de)

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