Wer so oft nachgemacht wird, muss gut sein. Oder? Die 18-jährige Alemuel trällert auf YouTube ein völlig sinnfreies Kinderliedchen und wird hundertfach kopiert. Sogar in Afrika tanzt man den "Kleinen Hai".

Kleiner Hai

Die Single "Kleiner Hai" erscheint am Freitag - die Sängerin Alemuel ist wieder mal ein Star aus der YouTube-Community. (Foto: Screenshot Amazon)

Wieder hat ein YouTube-Star einen Plattenvertrag abgeräumt. Die 18-jährige Alemuel hat im Januar 2007 das Kinderliedchen "Kleiner Hai" in eine Kamera geträllert und anschließend das Video auf der Internet-Plattform veröffentlicht. Seither genießt sie Kultstatus. 2,8 Millionen Internetnutzer haben das Video bislang angeklickt. Die Folge: Alemuel hat einen Plattenvertrag mit EMI abgeschlossen und am kommenden Freitag erscheint ihre erste Single.

Das Prozedere kennt man bereits von ihren erfolgreichen Vorgängern auf YouTube oder MyVideo: Mina und die Arctic Monkeys. Doch Alemuel wird von ihren zahllosen Fans kopiert: Bei YouTube kursieren rund 400 nachgedrehte Filmchen von Schulklassen, Kleinkindern und Autofahrern die Tanzbewegungen der Sängerin nachahmen. Sogar international hat Alemuel bereits Fans: Videos von "Kleiner Hai"-Sängern aus Österreich, Frankreich und sogar vom afrikanischen Kontinent sind im Internet aufgetaucht.

Zum Vergleich: Alemuels Original-Video:



... und eine Kopie von Fans aus Afrika:



Das liegt wohl daran, dass Alemuels Originalvideo so schlicht ist: Das Mädchen mit Kulleraugen und rotem Band im Haar sitzt in einem braunen Sessel. Erst singt sie über einen "Kleinen Hai" und formt dabei mit ihren Fingern ein L. Dann singt sie über den "Großen Hai", wirft die Arme wild auf und ab und klatscht die Hände ineinander. "Im zeitgemäßen Dance-Sound hat 'Kleiner Hai' das Zeug zum Monsterhit", lässt die PR-Agentur der Nachwuchssängerin, Networking Media, verlauten. In einem Tonstudio wurde das Kinderliedchen nun mit Elektrobeats unterlegt. Ein offizielles Musikvideo, das an die Fernsehsender gehen wird, gibt es auch schon – es ist eine Montage der schönsten Imitate bei YouTube.

Mit der Veröffentlichung der Single "Kleiner Hai" reiht sich Alemuel in die Reihe von Bands und Sängern ein, die das Internet zur Selbstdarstellung und als Plattform für den Aufbau einer Fan-Gemeinde nutzen. Doch Alemuels Erfolg war völlig ungeplant: Das Mädchen hat sich nur filmen lasen, weil ein Bekannter sie für feige hielt. "Da war ein Typ, der meine große Klappe nicht mochte und meinte, dass ich mich nie trauen würde, das in der Öffentlichkeit zu machen", sagte sie der Netzeitung. Und wie sie sich traut - am Freitagabend tritt Alemuel bei der Musikveranstaltung "The Dome" vor 9000 Zuschauern in Bremen auf.

(sueddeutsche.de/sam/bön)

ANZEIGE


Themen

Weitere Artikel in Digital

Leserkommentare (7)



30.06.2008 10:33:26

FunnyGirl: Absolutes NO GO!!!

Anhand "Kleiner Hai...." sieht man mal wieder, dass sich die Musikindustrie gaaaanz weit nach unten begibt, wenn sie das große Geld riecht.

Alemuel wäre schlichtweg durchgerasselt, hätte sie den "Song", der für mich gar keiner ist, in dieser Form der Musikindustrie vorgelegt!!!!

Scheinbar reicht es rumzualbern, einen Clip zu drehen und schon wird man zum Star!

Armes Deutschland! Wirklich gute Musik wird gar nicht mehr ernst- und schon gar nicht mehr wahrgenommen. Es gibt so viele gute Künstler die das Zeugs dazu hätten, denen man aber gar nicht erst die Chance dazu gibt. Dank solchen Schrott und DSDS, gibt ja jedes Jahr nen Neuen Superstar, also warum sich erst groß bemühen andere Künstler groß rauszubringen, gehen eben solche wie z.B. "Peachbox", "Alyona" usw. unter!

Und als Sommerhit geht der “Hai” schon gar nicht!!!! Null Text, Musik ist schlecht und singen kann das Mädel auch nicht! Hat doch absolut nichts mit Sommer zu tun.

Dann schon lieber richtig Sommerhits und zwar gute wie das z.B.hier

http://de.youtube.com/watch?v=HkK74Zls7Mw


Bewerten Sie diesen Kommentar




vorherige Kommentare neuere Kommentare 1 | 2 ältere Kommentare nächste Kommentare

Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


maps.sueddeutsche.de
Kaffee? Internet? Oder beides! Kostenlose Hotspots finden auf maps.sueddeutsche.de
Spiele
Es muss nicht immer die Maus sein: Mit Shortcuts geht es oft schneller. Kennen Sie die wichtigsten Tastenkombinationen für Windows?
Im Netz lauern Gefahren: Viren und Würmer bedrohen Ihren Rechner. Dagegen sollten Sie gewappnet sein. Testen Sie Ihr Sicherheits-Wissen.
Was den Deutschen die Klimakatastrophe, ist den Amerikanern "w00t". Das US-Lexikon "Merriam-Webster" hat den Cyberslang-Begriff zum Wort des Jahres gekürt. Was heißt das?
Jeden Tag stolpert der Leser über Zitate von Menschen, die sich zwar berufsbedingt mit dem Internet beschäftigen - dies aber oft mit bemerkenswerter Ahnungslosigkeit. Wir haben die besten Sprüche gesammelt und wollen nun von Ihnen wissen: Wer hat's gesagt?
Bildstrecken
Ein Klick, und die E-Mail ist verschickt. Dumm, wenn der Fehler des Chefs per CC nicht nur an die Kollegen geht. Die zehn peinlichsten Mail-Pannen.
Sie geben Rätsel auf, machen Angst oder sind einfach nur hässlich: Wir zeigen die zehn größten Design-Unfälle der Technik-Geschichte.

Das Ende des Internet steht kurz bevor: zu viel Betrieb, zu wenig Speicher, falsche Leitungen. Bis es aber tatsächlich soweit ist, erwärmen Fehlermeldungen die Herzen der Nutzer. Wir zeigen die schönsten Exemplare.
Jung, sexy und erfolgreich: Die Internetunternehmer im Web-2.0-Zeitalter sind maximal um die 30. Und sie haben schon Millionen verdient.
Zwischen "Pong" und "Doom" liegen zwanzig Jahre Computerspielentwicklung. Dazwischen gibt unzählige Klassiker, die auch heute noch Spaß machen.
Seit vielen Jahren beherrscht Microsft mit Windows den Markt für Betriebssysteme. Wir zeigen die Evolution.
Trends für den Orkus: Höchste Ansprüche und spektakuläres Scheitern liegen oft eng beieinander.
FarCry
Von Super Mario mit Dennis Hopper bis Far Cry mit Til Schweiger: Bei Games-Verfilmungen gehen krude Drehbücher und große Stars oft eine unheilvolle Allianz ein. Die schönsten Flops.
Linux taugt nichts und WLan und Handys verursachen Krebs: Zehn Sätze, mit denen Sie jeden richtigen Nerd zur Weißglut treiben.
Suche
Geben Sie hier einen Suchbegriff ein:
 

ANZEIGE

Innovate!