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Neue Suchmaschinen
24.04.2008, 17:37
Vom Startup-Unternehmen zweier Studenten bis zum Börsenliebling in wenigen Jahren - würde Google sein Kerngeschäft nicht ziemlich gut erledigen, die Menschheit wäre wohl nicht auf "googeln" als Synonym für das Suchen im Internet gekommen. Auch wenn Kritiker bemängelten, dass niemand wisse, wie Google zu seinen Ergebnissen komme, und dass der Konzern in großem Umfang Daten ansammle, hat die Firma dennoch die führende Position bei Suchanfragen erobert.
Durch diese Dominanz verschaffte sich der Konzern mit pfiffigen Werbemodellen die Vorherrschaft bei Einnahmen aus dort geschalteten Anzeigen. Als die Firma aus Mountain View in Kalifornien aber auch noch anfing, Literatur im großen Maßstab zu digitalisieren, regte sich Widerstand bei Politikern. Bei der Überlieferung des kulturellen Wissens drohe eine Übermacht der US-Amerikaner, warnte zum Beispiel der Präsident der französischen Nationalbibliothek, Jean-Noël Jeanneney. Die Sorge ist berechtigt: Schließlich sind auch Googles bedeutendste Konkurrenten amerikanische Unternehmen.
Die Aufregung über Googles Literaturprojekt gab den entscheidenden Anstoß dafür, das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt Quaero zu gründen. Während die Franzosen jedoch Google Konkurrenz zu machen versuchten, wollten die Deutschen die bessere Suchmaschine erfinden, die irgendwann lernen sollte zu verstehen, was auf den Internetseiten eigentlich zu finden ist, die sie durchkämmt. Das Projekt scheiterte schließlich, doch die einzelnen Ideen werden weiterverfolgt.
Aus der Quaero-Idee entstand die auch in einer deutschen Version verfügbare Suchmaschine Exalead. An Google reicht sie zwar nicht heran, was die Menge der Suchergebnisse angeht. Allerdings bietet Exalead einige nette Zusatzmerkmale. So kann man sich beispielsweise schon bei den Suchergebnissen kleine Vorschaubilder der gefundenen Seiten einblenden lassen - oft reicht das, um Seiten zu beurteilen.
In Deutschland konzentrierten sich die Anstrengungen auf das Projekt Theseus. Anstatt wie die Franzosen einen Anti-Google marktreif zu machen, geht es den Deutschen um Grundlagenforschung. Wie bringt man Suchmaschinen bei, Anfragen nicht bloß als Buchstabenfolgen zu betrachten und die Ergebnisse nahezu ausschließlich nach den Regeln der Mathematik zu gewinnen? Wunschtraum aller Beteiligten wäre eine "Antwortmaschine", wie sie Visionäre in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für möglich hielten.
Man tippt eine Frage ein, das System erkennt und beantwortet sie. Die Frage "Wer schrieb Krieg und Frieden" beispielsweise ließe sich damit einfach beantworten: Leo Tolstoi. Herkömmliche Suchmaschinen jedoch liefern als Antworten wenig Hilfreiches, so beispielsweise den Verweis auf eine Quizseite, wo ebenfalls die Frage gestellt wird, die man eigentlich gerne beantwortet gehabt hätte.
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