Der Kryptographie-Experte Phil Zimmermann hat ein Programm entwickelt, um Internet-Telefonie abhörsicher zu machen. Die Geheimdienste sind "not amused".
Kryptographie-Guru Phil Zimmermann ist bei den Geheimdiensten sicherlich nicht beliebt. Foto: ap
Phil Zimmermann veröffentlichte im Juli 1991 „Pretty Good Privacy (PGP)“. Was nach einem gemütlichen Abend mit der Freundin klingt, ist in Wahrheit ein Computerprogramm, also viel langweiliger – vermeintlich. Zimmermann hat ein Programm entwickelt, das private E-Mails verschlüsselt. Und das tut dieses Programm so gut, dass nicht einmal das amerikanische Militär imstande ist, die Codierung zu knacken. Also wurde Zimmermanns Programm zur Waffe erklärt – und sein Export folglich verboten.
Zimmermann hatte aber seine Entwicklung bereits ins Internet gestellt. Zum freien Download. Es folgte eine dreijährige Polizeiuntersuchung. Immerhin erhielt der Tüftler für seine Verdienste Guru-Status in der IT-Szene. Zimmermanns Absichten waren auch sehr hehr: Er sah die Software als ein Hilfsmittel für die Bewahrung der Menschenrechte.
Nun hat Zimmermann wieder etwas gebastelt. Heraus gekommen ist ein Kodierungsverfahrung für Internet-Telefonie: zfone.
Das Programm für Jedermann ist sogar noch handlicher als PGP.
Internet-Telefonie wird ja auch nur in kleinen Daten-Paketen durchs World Wide Web geschickt. Und die können abgefischt werden, wo immer sie gerade vorbei kommen. Für Zimmermanns Verschlüsselung dieser Pakete muss man diesmal nicht erst den richtigen Schlüssel hervor kramen. Das Ganze läuft automatisch ab. Die beiden Computer, die für das Gespräch verbunden werden sollen, identifizieren sich in Echtzeit gegenseitig.
Die US-Regierung, wie im Übrigen diverse Geheimdienste verschiedenster Länder, sind „not amused“ – auch wenn jetzt in den USA das Bundesgericht in Detroit das Abhören von Telefonaten, wie es der Geheimdienst NSA eifrig praktiziert hat, sowieso schon für verfassungswidrig erklärt hat.
Ganz neu ist Zimmermanns Idee jedoch nicht. Das Internet-Telefonie-Programm – auch Voice over IP (VoIP) genannt – namens Sykpe bietet längst verschlüsselte Gespräche an. Doch Zimmermann traut dem nicht. Genauer: Er traut den Servern, Rechnerstationen, die überall in der Welt stehen können, über die Skype-Gespräche flitzen, nicht. Er fürchtet, dass die Sicherheitsschlüssel zum Dekodieren der Sprach-Nachrichten unterwegs abgegriffen werden könnten. Bei seiner Methode ist das angeblich nicht möglich, da die Server die Schlüssel gar nicht erst zu mitbekämen.
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