Wohl die wenigsten Nutzer von StudiVZ denken daran, dass sie Boulevardjournalisten eine Menge Arbeit abnehmen. Doch einem Bericht zufolge nutzt die Bild-Zeitung die freiwillige Selbstenthüllung gerne aus.

Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, dpaGrossbild

Im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin sitzen einem Medienbericht zufolge einige der größten Fans von StudiVZ. (Foto: dpa)

Wie leichtsinnig es ist, alle möglichen privaten Details ins Internet zu stellen, ist nichts Neues. Dass mitteilungsfreudige Internetnutzer damit manchmal direkt der Boulevardpresse in die Hände arbeiten, daran denken aber wohl die Wenigsten. Taz.de, die Online-Ausgabe der Berliner tageszeitung, beschreibt in einem Artikel nun die neuesten Recherchefinessen der Bild-Zeitung, die sich demnach gerne im Online-Netzwerk StudiVZ mit Informationen eindeckt.

Denn während es früher noch ein mühsames Geschäft war, Informationen über bislang unbekannte Bürger zu finden, die über Nacht durch private Dramen, Unfälle und Verbrechen interessant wurden, sei StudiVZ inzwischen bei Bild als Fundgrube höchst beliebt.

Taz.de beruft sich unter anderem auf Christoph Schultheis, den Mitbetreiber des kritischen bildblog.de, der erklärt: "Das Stöbern nach Privatdaten im StudiVZ gehört mittlerweile offenbar zum Handwerkszeug jedes Bild-Redakteurs."

Laut taz.de durchforstete das Boulevardblatt zum Beispiel nach der Lufthansa-Bruchlandung in Hamburg Anfang März umgehend die StudiVZ-Seite der Ko-Pilotin und spickte die folgenden Enthüllungsartikel über "das traurige Geheimnis" der 24-Jährigen mit entsprechenden Details aus dem virtuellen Fotoalbum und ihrer Kontaktliste.

Für seinen Umgang mit Nutzerdaten ist das Portal in den vergangenen Monaten bereits massiv in die Kritik geraten. Trotzdem will StudiVZ dem Bericht zufolge nichts gegen derlei Methoden unternehmen, von Floskeln des Bedauerns abgesehen. Nutzer müssten sich gegebenenfalls selbst zur Wehr setzen.

Auf Nachfrage von sueddeutsche.de hieß es bei Bild, man könne "zu Recherchequellen aus Gründen des Informantenschutzes grundsätzlich keine Auskunft geben".

(sueddeutsche.de/ihe/bön)

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Leserkommentare (9)



01.04.2008 18:08:56

Ostfriese1411: @Triple_kKk

Ich stimme Ihnen da vollkommen zu.

Anscheinend habe ich mich aber nicht deutlich genug ausgedrückt: GRUNDSÄTZLICH kann ich an dieser Art der Recherche nichts anstößiges finden.

Aber gerade das, was die BILD anschließend aufgrund ihrer Recherche erfindet, hinzudichtet, ausdenkt etc.ist einer der vielen Gründe, warum ich die BILD nahezu verabscheue.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie die BILD Sachverhalte (wissentlich) falsch darstellt, um eine Story zu haben!


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