Alle zwei Jahre öffnet die Fotografiemesse Photokina ihre Tore in Köln. sueddeutsche.de stellt die Trends rund um digitale Fotografie und Technik vor.
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Auf der Fotografie-Messe Photokina in Köln zeigen Experten den Besuchern alle Innovationen rund um Kamera, Objektiv und Blende. Foto: Photokina
Fotografie ist eines der beliebtesten Hobbys der Deutschen. Was das Fotografenherz begehrt und was in Zukunft den breiten Markt erobern könnte, ist auf der photokina in Köln (23. bis 28. September) zu sehen. Neben Neuerungen aus der digitalen Fotografie werden auch innovative Produkte rund um die analoge Technik sowie um Zubehör und sonstige Dienstleistungen aus der Fotobranche präsentiert.
Früher war die photokina eine Messe für ein recht überschaubares Fachpublikum - doch der Boom der Digitalkameras und -bilder hat ihr en ganz neues Publikum verschafft. Die, die mal schauen wollen, was es gibt und die, die sich über die aktuellen Trends informieren wollen. 160.000 Besucher erwarten die Veranstalter - die Koelnmesse und der Photoindustrieverband in diesem Jahr. Dazu 1600 Anbieter aus mehr als 50 Ländern. Darunter sind mehr als 100 Unternehmen, die erstmals teilnehmen. Und alte Hasen, die in diesem Geschäft neu sind: Microsoft etwa oder Nokia.
Auch wenn es scheint, dass der Digitalboom irgendwann ein Ende haben muss - laut einer Studie fotografieren fast 45 Millionen Erwachsene und Kinder über sechs Jahren in Deutschland - gibt es wieder ganze Hallen voller Neuem.
"Die Besucher der photokina werden Augenzeuge der vielfältigen neuen Möglichkeiten, aber auch Dimensionen der grenzenlosen Bildkommunikation", sagt Constanze Clauß, Sprecherin des Photoindustrie-Verbandes. Neue Trends seien in allen Bereichen von der Bildaufnahme über die Bildverarbeitung bis hin zur Bildausgabe und Präsentation zu sehen, zu bestaunen und zu erleben.
Die neuen Kameras denken mit
"Wir sehen den Vormarsch der Vollformat-Spiegelreflex-Kameras", sagt Peter Knaack, Experte bei der Stiftung Warentest. "Sie spricht nicht nur den Profi an, sondern aauch den potenten Amateur."
Aber das Fotografieren wird auch immer automatischer - vor allem im Bereich der kleinen Kameras. Neben dem "Pixelrennen", der Jagd nach immer mehr Bildpunkten auf immer kleineren Sensoren bringen die Hersteller immer mehr Programme wie die intelligente Gesichtserkennung und Motivautomatik.
Die Gesichtserkennung diente anfänglich dazu, Gesichter im Motiv auszumachen, um dann Schärfe und Belichtung zu optimieren - neue, fortschrittlichere Verfahren denken inzwischen mit: so können Kameras damit nicht nur eine große Anzahl von Menschen im Bild erkennen, sondern sie unterscheiden und deren Mimik interpretieren. "Die Kamera weiß, ob jemand lächelt oder grimmig schaut und kann dies beispielsweise dazu nutzen, beim Lächeln einer Person automatisch auszulösen", erläutert Clauß. Gruppenbilder mit geschlossenen Augen oder offenen Mündern soll es also nicht mehr geben, wenn es nach den Herstellern geht.
Die so genannte intelligente Motivautomatik "erlaubt das Fotografieren ohne langes Nachdenken". "Nach einer Motivanalyse werden automatisch das geeignete Belichtungsprogramm gewählt und die bestmögliche Kombination von Verschlusszeit und Blende eingesteuert. Aber auch die Entfernungseinstellung, Sensorempfindlichkeit, Farbanmutung und Kontraststeuerung wird auf Basis der intelligenten Motivanalyse optimiert", beschreibt Clauß.
Kritik vom Experten
Warentester Knaack ist von diesen Features nicht nur begeistert. "Die Quadratur des Kreises ist immer schwerer zu finden, sagt er. Durch die Gesichtserkennung etwa sei die Auslöseverzögerung wieder gewachsen. Auch die Motivprogramme seien mitunter eher hinderlich: "Ehe ich das passende Motivprogramm gefunden habe, ist das Motiv schon längst weggelaufen."
Die Sensoren einiger neuer Kameramodelle reagieren dermaßen sensibel auf einfallendes Licht, dass sie Empfindlichkeiten von ISO 6400 und mehr erlauben. Auch bei schwacher Beleuchtung, also in der Dämmerung oder in künstlich erhellten Räumen, sollen mit ihnen tolle Fotos zustande gebracht werden können.
Effektive Verfahren zur Rauschunterdrückung gehen mit diesen hohen Empfindlichkeiten Hand in Hand, denn ohne sie würden die Bilder wohl eher nach "Schneetreiben" aussehen. Sogar extreme Helligkeitsunterschiede, wie sie etwa im Licht der Mittagssonne mit harten Schattenwürfen üblich sind, sollen innerhalb eines Motivs mit solchen Hightech-Kameras abgelichtet werden können.
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