Der Forschungszentrum Jülich glänzt nicht nur mit Nobelpreisträgern. Es beherbergt auch den zweitschnellsten Rechner der Welt

Hört auf den Namen JUGENE: der zweitschnellste Rechner der Welt (Foto: dpa)

Der zweitschnellste Computer der Welt steht in Deutschland: Mit einer Leistung von mehr als 160 Teraflops, das sind 160 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde, ist der im Forschungszentrum Jülich installierte JUGENE der schnellste Supercomputer in Europa und der schnellste zivil genutzte Rechner der Welt.

Wie das Forschungszentrum am Montag mitteilte, geht dies aus der jüngsten Liste der schnellsten Computer der Welt hervor.

JUGENE steht für Jülicher Blue Gene und bezieht sich darauf, dass es sich bei dem Computer um einen IBM-Rechner aus der Blue-Gene-Reihe handelt. Auch der schnellste Rechner der Welt, der im Lawrence Livermore Labor in Kalifornien steht, stammt von IBM.

Der dortige Supercomputer mit seinen laut IBM inzwischen fast 600 Teraflops Leistung arbeitet aber im Auftrag des US-Energieministeriums und der Behörde für Atomsicherheit und gilt deshalb nicht als ziviler Forschungsrechner.

Mit 167 Teraflops ist JUGENE zurzeit der größte Rechner des neuen Typs Blue Gene/P von IBM. "Das Besondere an unserem JUGENE ist der im Vergleich zu anderen Systemen äußerst geringe Stromverbrauch bei allerhöchster Rechenleistung“, sagte Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre. Der Rechner ist seit Oktober in 16 etwa Telefonzellen-großen Schränken in der Rechnerhalle des Forschungszentrums untergebracht.

Rechenzeit für die Wissenschaft

Offiziell eingeweiht werden soll JUGENE im Februar nächsten Jahres. Bis dahin sollen der Rechner auf seinen Einsatz vorbereitet und auch die Anwender geschult werden. Auf den Jülicher Supercomputern - neben JUGENE gibt es auch noch JUMP und JUBL - rechnen rund 200 europäische Forschergruppen. Wissenschaftler aus allen Fachbereichen - von der Materialwissenschaft über die Teilchenphysik bis hin zu Medizin und Umweltforschung - können hier Rechenzeit beantragen.

An der Beschaffung des Superrechners waren neben dem Forschungszentrum Jülich auch das Land Nordrhein-Westfalen, das Bundesforschungsministerium und die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt. Die aktuelle Weltrangliste wird am Montag auf der Supercomputing-Konferenz in Reno in den USA vorgestellt werden.

Wie IBM mitteilte, konnte Deutschland dabei seine Rechenkapazität im Bereich der Supercomputer innerhalb von fünf Monaten verdoppeln, vor allem durch JUGENE.

Am Forschungszentrum Jülich arbeitet auch Professor Peter Grünberg, der in diesem Jahr zusammen mit dem Franzosen Albert Fert für seine bahnbrechende Arbeit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Computer-Festplatten mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

(AP/mri)

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