Auf der Packung sind 500 Gigabyte Speicherplatz angegeben, doch die neue Festplatte zeigt am PC nur noch 465 Gigabyte an. Was steckt dahinter?

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Viele Hersteller von Speichermedien wollen ihre Produkte gerne etwas größer wirken lassen. Foto: dpa

Auf der Packung sind 500 Gigabyte Speicherplatz angegeben, doch sobald die neue Festplatte an den Rechner angeschlossen ist, zeigt das System nur noch 465 Gigabyte an. „Wo ist der restliche Speicherplatz hin?“, fragen sich immer wieder ratlose Käufer.

Die Antwort ist einfach und kompliziert zugleich: Die Differenz entsteht, weil Hersteller von Speichermedien und Betriebssystem-Entwickler den Speicherplatz auf unterschiedliche Art berechnen. Je größer der Speicher, desto stärker fällt die Differenz ins Gewicht - bei einer Ein-Terabyte-Festplatte sind es schon zehn Prozent. Ein zusätzliches Ärgernis: Beim Formatieren des Datenträgers geht ein weiterer kleiner Teil des Speicherplatzes verloren.

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass 1000 Byte ein Kilobyte und 1000 Kilobyte ein Megabyte sind. Schließlich sind 1000 Meter auch ein Kilometer und 1000 Gramm ein Kilogramm. In der Informationstechnik wird jedoch anders gerechnet, sagt Gerhard Henninger, Referent für Multimedia-Normen bei der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) in Frankfurt am Main. „Computer arbeiten mit Zweier- statt mit Zehnerpotenzen, deshalb besteht ein Kilobyte genau genommen nicht aus 1000, sondern aus 1024 Byte.“

So wie Autohersteller die Größe des Hubraums normalerweise aufrunden, lassen auch viele Hersteller von Speichermedien - Festplatten, Flash-Speicher, DVDs, Blue-Ray-Discs und so weiter - ihre Produkte gerne etwas größer wirken. Das machen sie, indem sie die Größe in Zehner- statt in Zweierpotenzen angeben. Sie machen also 1000 Byte zu einem Kilobyte. Aus Sicht eines Computers ergeben aber 1024 Byte ein Kilobyte.

Also bräuchte das Betriebssystem einige Kilobyte mehr, um auf jene Giga- oder Terabyte-Zahl zu kommen, die vom Hersteller angegeben wird.

Da der Unterschied zwischen 1000 und 1024 Byte nur 2,4 Prozent beträgt, fällt die Differenz im Kilobyte-Bereich noch nicht allzu sehr auf. Bei einem Megabyte macht der Unterschied zwischen den beiden Berechnungsmethoden aber bereits 4,9 Prozent aus, bei einem Gigabyte dann schon 7,4 Prozent.

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In diesem Artikel:

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