Von Thorsten Riedl

Computer, Internet und Handy haben die Arbeitswelt revolutioniert. In der Krise wird sich der Wandel noch beschleunigen.

Computer, APBild vergrößern

Drei Viertel der Zuwächse bei der Arbeitsproduktivität lassen sich schon jetzt direkt auf den Einsatz von Computer und Handy zurückführen. Foto: AP

Wie war das früher? Da haben sich Kollegen wohl noch in ihren Büros besucht und Unterlagen vorbeigebracht, statt E-Mails mit Anhängen zu versenden. Wem ein Wort fehlte, der hat in einem Lexikon aus Papier nachgeschlagen - statt bei Google 266.000 Treffer in genau 0,2 Sekunden für das Fremdwort "Usance" zu finden, an erster Stelle Wikipedia, die neuzeitliche Online-Version einer Enzyklopädie.

Und wer nach Feierabend schauen wollte, welche Nachrichten ihm Kollegen, Kunden oder Vorgesetzte geschickt haben, der musste ins Büro fahren, statt sein Blackberry-Handy einzuschalten und E-Mails zu checken. Keine Frage: Computer, Internet und Mobiltelefon haben das Arbeitsleben radikal umgekrempelt - und die Wirtschaftskrise beschleunigt den Wandel künftig noch.

Drei Viertel der Zuwächse bei der Arbeitsproduktivität lassen sich in Europa laut einer Studie von Microsoft schon jetzt direkt auf den Einsatz von Computer und Handy zurückführen. Dabei dienen die modernen Werkzeuge der IT- und Telekommunikationsbranche schon lange nicht mehr nur den Büroarbeitern. Auch in traditionellen Handwerksberufen sind die Kollegen Computer und Mobiltelefon nicht mehr wegzudenken.

Turbo-Internet und mobiles Surfen

Während in den 70er und 80er Jahren der Einzug der Rechner das Arbeitsleben revolutioniert hat, in den 90ern und später das World Wide Web, zeichnen sich jetzt die nächsten Änderungen ab: durch das Turbo-Internet, mobiles Surfen und das Heranwachsen einer Generation von Beschäftigten, die mit dem Netz groß geworden sind. Tempo bekommt die Entwicklung noch durch die Rezession. Die kommenden Technologien versprechen wie schon der vorangegangene Wandel erneut sinkende Ausgaben. "Der Druck, Kosten zu sparen, ist auf der Prioritätenliste der Kunden von Stelle acht auf eins gestiegen", sagt Volker Smid, Deutschlandchef von Hewlett-Packard.

Die heute 20- bis 30-Jährigen kennen sich aus: Das Telefonieren über Internet, im Branchenjargon Voice over IP, und Begriffe wie twittern - Twitter ist ein Kurznachrichtendienst im Netz - oder googeln für das schnelle Suchen gehören zum Alltag. Von "Digital Natives" ist bei dieser Generation die Rede, von Eingeborenen im Netz - die eine Welt ohne das Internet gar nicht mehr kennen.

Die Generation Web legt höchsten Wert auf die neueste Technik, auch beim Arbeitgeber. In einer Studie der Unternehmensberatung Accenture sagen das 67 Prozent der Befragten. Für ihre Kommunikation spielen E-Mails längst eine untergeordnete Rolle. Fast die Hälfte der jungen Berufstätigen will lieber über Soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook kommunizieren. Mehr als ein Drittel zieht Instant Messaging, das Verschicken von kurzen Chat-Nachrichten, der E-Mail oder dem Telefon vor.

(Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2) nächste Seite

In diesem Artikel:

  1. Sie lesen jetzt Seite 1
  2. Seite 2