Zeitmanagement im Studium Mit Köpfchen gegen den Prüfungsstress

Es ist die übliche Tretmühle am Semesterende: Das Arbeitspensum ist eigentlich nicht zu schaffen, für Pausen oder gar Schlaf bleibt keine Zeit. Immens wichtig ist jedoch, die Kräfte gut einzuteilen - sonst droht in der entscheidenden Klausur ein Blackout.

Ein bisschen Spaß muss sein Eine Klausur jagt die nächste, jede Note zählt für den Abschluss. Viele Bachelor- und Masterstudenten geraten dadurch in einen regelrechten Teufelskreis von Leistungsdruck und Prüfungsstress, sagt die Psychologin Gabriele Bensberg. Doch wer im Studium leistungsstark sein will, müsse auch Spaß am Leben haben. "Es hilft manchmal, sich sein Leben als eine Säulenhalle vorzustellen", sagt Bensberg. Die Säulen stehen für Freunde, Partnerschaft, Studium, Familie, Gesundheit und Sport. "Wenn man sich auf nur eine Säule wie die Leistung im Studium stützt, ist das Bauwerk extrem einsturzgefährdet."

Wie sehr Studenten ihr Fach lieben - oder auch nicht

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Wenn sich das Semester dem Ende nähert, macht sich bei vielen Studenten allmählich Panik breit: Klausuren stehen an, sie müssen noch ein Referat halten, Hausarbeiten schreiben und einen Praktikumsplatz für die Semesterferien suchen. Eigentlich unmöglich.

Spätestens jetzt blenden viele ihr normales Leben völlig aus und setzen sich 16 Stunden pro Tag an den Schreibtisch. Schlafen und Freunde treffen kann man später schließlich auch noch. Doch wer seinen Körper wochenlang überfordert, darf sich nicht wundern, wenn in der entscheidenden Prüfung plötzlich gar nichts mehr geht.

Entscheidend sind deshalb ein gutes Zeitmanagement und genug Entspannung. Egal, wie hart es kommt: "Man muss sich selbst in einem guten Zustand halten. Selbstausbeutung zahlt sich am Ende nicht aus", warnt Zeitmanagement-Coach Sigrid Engelbrecht aus Berlin. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn sich auf dem Schreibtisch Bücher und Handouts stapeln, die man noch lesen und lernen muss.

Gerade dann sollten Studenten sich die Zeit nehmen, um ihr Programm für die kommenden Wochen zu strukturieren, rät die Expertin. "Erstmal muss man Prioritäten setzen: Wo geht es um die meisten Credit Points? Wo muss ich vielleicht nicht ganz so perfekt vorbereitet sein?" Als nächstes teilt man die Arbeit auf die verbleibenden Wochen auf, und zwar möglichst präzise mit konkreten Zielen für jeden Tag. "Aber bitte mit Augenmaß, sonst erlebt man nur Frust." Mit mehr als drei Themen pro Tag könne man sich kaum effektiv beschäftigen.