Vorfall an US-Schule Suspendiert wegen einer Pistole aus Plundergebäck

Kann ein Pausensnack eine Bedrohung darstellen? Ja, befand eine Grundschule im US-Bundesstaat Maryland - und suspendierte einen Siebenjährigen, weil er ein Gebäckstück in Waffenform geknabbert hatte.

Mit Essen spielt man nicht, bringen Eltern ihrem Nachwuchs bei. Was aber noch kein Kind davon abgehalten hätte, genau das zu tun. So machte sich auch ein Siebenjähriger aus dem US-Bundesstaat einen Spaß daraus, seinen Pausensnack mittels Knabbertechnik in eine ganz bestimmte Form zu bringen. Mit den Worten "Guckt mal, ich habe eine Pistole gemacht", soll der Junge seinen Mitschülern sein Werk präsentiert haben. Gar nicht witzig fand das allerdings die Schule des Jungen: Sie suspendierte den Zweitklässler für zwei Tage vom Unterricht.

Anfang März war das - doch der Fall zieht weiter Kreise. Nicht nur, dass landesweit Medien über den Fall berichteten. Nun hat der Vater des Siebenjährigen offiziell Beschwerde gegen die drastische Sanktion der Grundschule in der Gemeinde Anne Arundel eingereicht, wie die Washington Post berichtet.

William Welch fordert demzufolge in einem Brief an den zuständigen Schulinspektor und den Schulleiter der Park Elementary School, dass der Vorfall aus der Akte seines Sohnes gelöscht werde. "Das angekaute Gebäckstück hätte niemanden verletzen können, selbst wenn es geworfen worden wäre", zitiert das Blatt aus dem Schreiben. Außerdem hätte es zu keinem Zeitpunkt ein Geschoss abfeuern können, so der Vater. "Es war ein Plundergebäck."

Eine Pistole - oder doch der Umriss von Florida?

Bereits vor dem offiziellen Beschwerdebrief hatte Welch nach Angaben der Zeitung versucht, bei der Schule Begriffe wie "Pistole" aus dem Bericht über den Vorfall entfernen zu lassen. Er befürchtet, der Akteneintrag könnte die Zukunft seines Sohnes gefährden.

Dem offiziellen Antrag beigefügt sind nun Fotos, die ein Gebäckstück in der Form des beanstandeten zeigen - sowie Beispielbilder, was es noch darstellen könnte. So ähnelt das Corpus Delicti, je nachdem wie rum es gedreht ist, den Umrissen der Bundesstaaten Idaho, Florida oder Oklahoma.

Der Vorfall aus Maryland ist nicht der erste dieser Art in den USA. Seit dem Massaker an der Sandy Hook Elementary School in Connecticut Mitte Dezember, bei dem 28 Menschen ums Leben kamen, reagieren Schulen übertrieben sensibel auf vermeintliche Bedrohungen. So wurde eine Fünfjährige in Pennsylvania mit einem Schulverweis bestraft, weil sie akündigte, mit einem Seifenblasen-Gewehr auf Mitschülerinnen schießen zu wollen.

Die Park Elementary School in Anne Arundel hat sich bislang unnachbiebig gezeigt. Zur jüngsten Entwicklung wollte sich die Schule der Washington Post zufolge nicht äußern.