Typologie der ErstsemesterKarriere oder Katerfrühstück?

Kaum hat die Uni begonnen, ist klar, wer am meisten Party macht, wer noch bei Mutti wohnt und wer bald Professor wird. Eine Campus-Typologie.

Von Matthias Kohlmaier und Sarah Schmidt

Der Daheimwohner

Das macht ihn aus: Unistart, das bedeutet für viele: neue Stadt, neue Leute, neues Leben. Für den Daheimwohner gilt das nur bedingt, denn er studiert dort, wo er aufgewachsen ist. Und nachdem die Mieten in den vergangenen Jahren quasi explodiert sind, sieht er auch keinen Anlass, sein heimisches Kinder- gegen ein auswärtiges WG-Zimmer zu tauschen.

Neue Leute lernt er natürlich trotzdem kennen - weil von seinen alten Freunden wahnsinnig viele zum Studium in eine andere Stadt gezogen sind und er daher viel Zeit hat, frische Bekanntschaften zu pflegen. Die wiederum freuen sich, dass er ihnen zeigt, wo es am Studienort im Tag- und Nachtleben langgeht. Eine Win-win-Situation!

Seine erste Wortmeldung in einer Vorlesung: "Die Juristen-Bibliothek? Da kenn ich eine Abkürzung, kann ich dir nachher erklären!"

Das isst er in der Mensa: Gewöhnlich gar nichts. Mamas bessere und günstigere Küche ist schließlich nur ein paar Stationen mit der Straßenbahn entfernt.

Das sagt er nach dem ersten Semester: "Papa, kannst du mir demnächst mal vier neue Ordner und ein paar Schnellhefter aus dem Büro mitbringen?"

Bild: Illustration: Jessy Asmus/SZ.de 24. April 2017, 15:352017-04-24 15:35:52 © Süddeutsche.de/lala