Studium Fast jeder Dritte bricht das Studium ab

29 Prozent der Studienanfänger im Bachelor schaffen keinen Abschluss.

(Foto: dpa)
  • Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat sich in einer umfangreichen Studie mit Studienabbrechern beschäftigt.
  • Diese verlassen die Uni früher als noch Jahre zuvor und der Großteil beginnt binnen kurzer Zeit eine Berufsausbildung.
  • Studierende mit Migrationshintergrund brechen das Studium noch immer überdurchschnittlich oft ab.
Von Matthias Kohlmaier

Viel hat man politisch unternommen, um den Studienabbrecher besser kennenzulernen oder wenigstens zu unterstüzen: Beratungsangebote wurden gestärkt, es gibt eine eigene Webseite für Zweifler, und an der Lehrqualität wird sowieso ständig irgendwie gearbeitet. Trotzdem, der Studienabbrecher ist ein Phantom geblieben. Er kommt und geht, wann er will, und helfen lässt er sich meistens auch nicht.

Um besser zu verstehen, warum viele junge Menschen ihr Studium hinschmeißen, hat das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) eine umfangreiche Studie unternommen. 32 Unis und 28 Fachhochschulen wurden einbezogen, mehr als 6000 Exmatrikulierte aus dem Absolventenjahrgang 2014 befragt. Wie viele Studierende brechen ab? Warum wollen sie nicht mehr studieren? Und wie ist es ihnen danach ergangen? Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Fast 30 Prozent brechen das Bachelorstudium ab

Über alle Hochschularten und Fächer hinweg schaffen 29 Prozent der Studienanfänger im Bachelorstudium keinen Abschluss. Wichtig: Damit sind tatsächlich die Abbrecher gemeint, Fachwechsler sind nicht teil der Statistik. Die Zahlen beziehen sich auf Menschen, die in den Jahren 2010 und 2011 ihr Studium begonnen haben.

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Die Abbrecherquote hat sich damit insgesamt kaum verändert, wohl aber innerhalb der Hochschularten. Während an den Universitäten die Abbruchquote seit 2006 leicht auf aktuell 32 Prozent gesunken ist, hat sie sich an den Fachhochschulen konstant erhöht. Gaben dort von den Studienbeginnern des Jahres 2006 nur 19 Prozent auf, sind es nun 27. Den Anstieg an den FHs erklären die Macher der Studie damit, dass sich mehr Studierende in den "abbruchintensiven" Ingenieurswissenschaften, dafür weniger in den "abbrucharmen" Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben hätten.

Negative Entwicklung beim Masterstudium

Während die Tendenz im Bachelor einigermaßen positiv ist, sieht es im Master düster aus. An den Universitäten hat sich die Quote zum Beispiel in Mathematik und Naturwissenschaften von fünf Prozent bei der letzten Erhebung vor sechs Jahren auf zehn Prozent verdoppelt.

Noch schlimmer sieht es an den Fachhochschulen aus, wo fast jeder Fünfte das Masterstudium nicht zu Ende bringt - dieser Wert hat sich nahezu verdreifacht. Die Forscher vermuten, dass die deutliche Erhöhung mit der gestiegenen Zahl an Masterstudenten zusammenhängt. Außerdem "mit dem vorläufigen Verbleib der Bachelorabsolventinnen und -absolventen im Studierendenstatus, bis sich für sie berufliche Möglichkeiten eröffnen". Ein geplanter Studienabbruch sozusagen.