Studientipps für Abiturienten 2012 Einfach mal Plan C erwägen!

Überfüllte Hörsäle und Matratzenlager: Mehr als eine halbe Million Erstsemester sind diesen Herbst an die Hochschulen gestürmt. Entwarnung gibt es auch 2012 nicht. Doch Abiturienten können einiges tun, um ihre Chancen auf einen attraktiven Studienplatz zu erhöhen.

Studienanfänger können einem derzeit wirklich leidtun. Denn für sie ist es eng an den Hochschulen geworden. Wegen des Wegfalls der Wehrpflicht und der doppelten Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern gab es im Herbst einen regelrechten Bewerberansturm.

Studienauftakt im Gedränge: Zu Beginn des Wintersemesters waren nicht nur an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität die Hörsäle überfüllt. Auch nächstes Jahr ist keine Besserung zu erwarten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Mit mehr als 500.000 Erstsemestern verzeichnete das Statistische Bundesamt einen neuen Rekord. Die Folge waren Studenten, die wie in Hamburg in Turnhallen schlafen mussten. Und hohe Zulassungshürden - in Medizin etwa lag der Numerus Clausus an manchen Orten bei 1,0.

Auch im kommenden Jahr dürfte sich die Lage für Studienanfänger nicht grundsätzlich verbessern. "2012 wird es an den Hochschulen zwar etwas ruhiger als 2011. Doch die Zahl der Studienanfänger stagniert auf hohem Niveau", sagt Hochschulforscher Gunvald Herdin von der Hochschulberatung CHE Consult in Gütersloh.

Er empfiehlt künftigen Studenten, von vorneherein die Regionen zu umschiffen, in denen zwei Abiturjahrgänge auf einmal an die Hochschulen drängen werden. "2012 wird es besonders eng an den Hochschulen in Berlin und Baden-Württemberg." Weniger stark dürfte sich das Problem in Bremen auswirken.

Und Brandenburg sei ein Sonderfall: Dort gebe es zwar auch einen doppelten Abi-Jahrgang. Möglicherweise bleibe die Situation aber entspannt, weil die Unis nicht so stark ausgelastet sind wie in Berlin.

Warteschleife? Auch keine gute Idee

Sollten die Schulabgänger im kommenden Jahr also besser eine Warteschleife einlegen und erst 2013 ins Studium starten? Der Hochschulforscher hält das für keine gute Idee. "2013 erwarten wir wiederum einen deutlichen Anstieg bei den Studienanfängern gegenüber 2012", so Herdin.

Dann komme nämlich der doppelte Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen aus den Schulen. Wer im nächsten Jahr mit der Schule fertig wird, sollte deshalb besser gleich studieren. "2012 wird es einfacher sein, einen Studienplatz zu bekommen, als 2013."