Studie an britischen Schulen Handyverbot hilft leistungsschwachen Schülern

Ablenkung vom Unterricht: das Smarphone.

(Foto: dpa)
  • Britische Forscher haben herausgefunden, dass ein Handyverbot an Schulen den Leistungen von Schülern zugutekommt.
  • Im Durchschnitt verbesserten sich deren Testergebnisse um mehr als sechs Prozent. Am stärksten profitierten leistungsschwache Schüler aus finanzschwachen Verhältnissen.
  • Auch an vielen deutschen Schulen ist die Handynutzung nur bedingt erlaubt. Bildungsforscher sehen das jedoch nicht ausschließlich positiv.
Von Matthias Kohlmaier

Handys sind essenzieller Bestandteil der Lebenswelt Jugendlicher. Eine Erhebung im Jahr 2013 ergab: In der Altersgruppe der 14- bis 65-Jährigen besitzen 97 Prozent ein Handy. Für die Schulen ist das ein Problem: Mobiltelefone bedeuten in der Generation Smartphone eine Menge Ablenkung vom als öde empfundenen Unterrichtsalltag.

Deshalb ist die Nutzung an fast allen Regelschulen Deutschlands untersagt - zumindest teilweise. Im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG), Artikel 56, Absatz 5, heißt es: "Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten. Die unterrichtende oder die außerhalb des Unterrichts Aufsicht führende Lehrkraft kann Ausnahmen gestatten. Bei Zuwiderhandlung kann ein Mobilfunktelefon [...] vorübergehend einbehalten werden."

Bessere Leistungen ohne Handys

Das klingt im ersten Moment etwas überreguliert. Natürlich kann ständiger Internetzugang von der dritten binomischen Formel an der Tafel ablenken. Trotzdem stellt sich die Frage: Kann das nicht ohne pauschales Verbot gelöst und auf die Vernunft der Schüler vertraut werden? Und ergibt die Richtlinie für das eigentliche Ziel der Schule - den Unterrichtsstoff zu vermitteln - überhaupt Sinn?

Zumindest die letzte Frage bejaht nun eine Studie des Centre for Economic Performance der London School of Economics. Die Forscher Louis-Philippe Beland und Richard Murphy haben die Leistungen von Schülern verglichen, bevor und nachdem an ihren Schulen ein Handyverbot erlassen wurde. Ergebnis: Ohne Smartphone besserten sich die Testergebnisse von 16-Jährigen durchschnittlich um 6,41 Prozent. Offensichtlich schlägt sich die geringere Ablenkung nicht nur in einem zügigeren Lernfortschritt nieder. Selbiger ist auch in konkreten Prüfungsleistungen nachweisbar.