Steigende Studentenzahlen Das Geld wird knapp

Doch heute sprechen Gegner wie Befürworter gemeinsam von einer "Erfolgsstory" - die den Bund allerdings erheblich teurer als geplant zu stehen kommt. Denn der Ansturm auf die Hochschulen war in Wirklichkeit noch größer als damals prognostiziert: Statt der für die erste Paktphase bis 2011 vereinbarten 275.000 zusätzlichen Plätze mussten 601.000 finanziert werden.

Und auch das Geld, das für die zweite Paktphase bis 2015 beim Bund eingeplant ist, wird schon spätestens 2014 verbraucht sein. Seit Monaten ringen Bund und Länder nun um eine Aufstockung der Mittel. Allein bis 2015 soll der Bund neben der zugesagten 4,84 Milliarden Euro noch mal knapp 1,9 Milliarden Euro drauflegen. Bis 2018 wären dies sogar 3,6 Milliarden Euro mehr.

Doch nach der mittelfristigen Planung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll der Bildungsetat schon ab 2014 nicht mehr steigen, sondern sinken. Für den Grünen-Hochschulpolitiker Kai Gehring ist angesichts der aktuellen Anfängerzahlen auch der gerade verabschiedete Etat für 2013 schon "Makulatur".

Der Bund-Länder-Streit ums ganz große Geld verstellt ein wenig den Blick auf die konkrete Studien-Situation vor Ort. Trotz Verbesserungen auch mit den erheblichen Paktmitteln ist die Betreuungsrelation von Dozenten zu Studenten in Deutschland immer noch ungünstiger als in etlichen Nachbarländern.

Zwar wurden sehr viele Milliarden in den vergangenen Jahren in die Forschung gepumpt, doch viel weniger Geld in Lehre und Studium. Der Wissenschaftsrat brütet derzeit über neue Lösungen. Manche erwarten gar ein neues Plädoyer des Expertengremiums für bundesweite Studiengebühren. Und bei der längst überfälligen Bafög-Erhöhung für die Studierenden schieben sich Bund und Länder seit Monaten gegenseitig den Schwarzen Peter zu.